Test: Blu-ray-Player Samsung BD-P1600

Mit dem designorientierten BD-P4610 konnten wir vor Kurzem bereits den ersten von drei neuen Blu-ray-Playern aus dem Hause Samsung ausführlich vorstellen. Der jetzt im Labor von AV T.O.P. Messtechnik eingetroffene BD-P1600 platziert sich einfacher ausgestattet im preiswerten Einsteiger-Segment. Auf Komfort muss man aber dennoch nicht verzichten und auch die Bildqualität kann sich sehen lassen.

Vorteile im Überblick:

– zeigt ein sehr gutes Kinobild mit 24p
– gibt HD-Ton als Bitstream über HDMI aus
– unterstützt BD-Live
– spielt Multimediadaten vom USB-Stick
– ersetzt auch einen guten DVD-Spieler

Nachteile im Überblick:

– die JPEG-Fotodarstellung geht kaum über PAL-Niveau hinaus
– in leisen Passagen ist das Laufwerksgeräusch störend

Samsung BD-P1600 | Bildqualität bei Blu-ray-Wiedergabe

Geht es um Kinofilme auf Blu-ray, beherrscht der BD-P1600 die Formaten 1080/60p und das ruckelarme Format 1080/24p mit perfekten Full-HD-Bildern. Genau in der selben Bildwiederholfrequenz also, wie man sie-  auch im Kino zu sehen bekommt.
Wirklich hochkarätige Blu-ray-Filme wie „Batman Returns“ begeistern mit grandioser Bildschärfe, die besonders gut in den mit Imax-Kameras gedrehten Sequenzen über Chicago auffällt. Der im BD-P1600 integrierte Rauschfilter bringt relativ wenig, wie man bei einigen stärker rauschenden Szenen in „Der Fuchs und das Mädchen“ sieht. Der dreistufige Schärferegler wirkt sich dagegen deutlich sichtbar aus: Weniger knackig produzierte Filme profitieren vor allem in Stellung „Niedrig“ durch die dezente Anhebung horizontaler und vertikaler Kanten.

Alles in allem konnten die Entwickler des Samsung-Players die Bildqualität beim BD-P1600 gegenüber dem Vorgängermodell BD-P1500 noch einmal beachtlich steigern. Trotzdem fällt im Testlabor bei der Messung des HDMI-Pegels ein negativer Aspekt auf: Bei der Ausgabe im RGB-Format schneidet der BD-P1600 ultraschwarze Bildbereiche ab, die für eine korrekte Einstellung der Bildhelligkeit wichtig sind. Der dunkelste Balken im zum Einsatz kommenden Pluge-Testbild sollte eigentlich gerade noch sichtbar sein, doch der Samsung Player unterschlägt ihn einfach und verhält sich somit nicht ganz neutral. Tragisch ist das aber nicht, denn in der Praxis wirkt sich das nur selten aus. Die meisten Displays einigen sich über HDMI mit dem Player ohnehin automatisch auf das YUV-Format und hier ist der Fehler nicht vorhanden – auch ultraschwarze Bereiche gibt der BD-P1600 korrekt aus.

Der rotierende Balken in einer unserer Testsequenzen zeigt die guten Qualitäten des De-Interlacers beim Samsung BD-P1600: Im Gegensatz zum Vorgängermodell BD-P1500 tritt bei der mit 60 Bildphasen pro Sekunde aufgenommenen Sequenz keinerlei Flimmern mehr auf. Wie schon fast erwartet, kommt es lediglich bei einer einzigen, besonders schwierigen Szene zu einer Störung. Im langsamen Kameraschwenk einer Pioneer-Demo-Blu-ray neigt eine junge Frau ihr Gesicht langsam zur Seite. Der Samsung BD-P1600 zeigt – wie viele andere Player auch – leichtes Flimmern an den Wimpern.

Diese besonders schwierige Szene beherrschen aber nur sehr wenige Player besser, etwa der Pioneer BDP-LX08.

Samsung BD-P1600 | Bildqualität DVD

Im Testlabor zeigt der BD-P1600 bei der Prüfung mit Testbildern eine besonders feine Skalierung auf die volle HDTV-Auflösung, die nur wenige Player vergleichbar gut beherrschen: Der 6-MHz-Burst auf der Peter Finzel-Testdisc erscheint ungewöhnlich gleichmäßig. Im Praxistest mit Film-DVDs überzeugt die natürlich feine und filmische Bildqualität. Gut funktioniert auch die automatische Filmmode-Erkennung des neuen Samsung-Players: In unserer beliebten „Testsequenz”, einer Szene am Strand mit Felsen und Sonnenliegen in „Sechs Tage, Sieben Nächte“ kommt es zu keinerlei Flimmern. Obendrein wandelt der Samsung BD-P1600 TV-Material (etwa Fernsehserien auf DVD) ebenso gut in Vollbilder um.

Dass Samsungs Rauschfilter weniger das Bildrauschen beseitigt und statt dessen eher digitale Artefakte wie Mosquito-Noise unterdrückt, zeigt sich hauptsächlich bei der DVD-Wiedergabe. Zudem erweist sich der Schärferegler hier auch wieder als praktisches Werkzeug fürs Bildtuning: Manch ältere DVDs wie etwa „Das große Krabbeln“ kann der BD-P1600 damit ordentlich aufpeppen. So arbeitet der Player im Animationsfilm beispielsweise die feinen-  Oberflächenstrukturen im Ameisenbau um einiges deutlicher heraus, ohne dabei groben Säume zu verursachen.

Erfreulich: Beim Wechsel von Kino- zu TV-Material muss man am Samsung BD-P1600 nie den Filmmode umstellen. BD-Player von Panasonic und Pioneer bieten eine ähnliche DVD-Bildqualität, erfordern aber ständiges manuelles Umschalten des De-Interlacings/Filmmodes, also der Methode zur Umrechnung von Halbbildern ins Vollbild.

Samsung BD-P1600 | Tonqualität

Wie man es von einem aktuellen Blu-ray-Player erwartet, gibt der Samsung BD-P1600 die modernen hochauflösenden Tonformate über HDMI als Bitstream aus. Wer einen älteren AV-Receiver sein Eigen nennt, für den liefert der Samsung Player auf Wunsch auch bereits decodierten 7.1-PCM-Ton aus, wobei der BD-P1600 anders als beispielsweise der Panasonic DMP-BD80 bei 5.1-Ton von DTS keine zusätzlichen Surround-Back-Kanäle decodiert. Zwischen der Bitstream und der PCM-Tonausgabe sind im praktischen Test keine Klangunterschiede auszumachen. Anders sieht es da natürlich bei HD-Ton aus: Die räumliche Staffelung, die klare Sprachverständlichkeit oder die spürbar höhere Dynamik bei Explosionen übertreffen den-  datenreduzierten DTS-Kern oder Dolby Digital-Ton deutlich.

Und auch als CD-Spieler macht der Samsung BD-P1600 mit seinem hochwertigen analogen Stereoausgang eine gute Figur. Der beste Klang stellt sich aber auch hier im Zusammenspiel mit einem hochwertigen AV-Receiver wie etwa unserem Referenz-Gerät dem Pioneer SC-LX90 ein, wenn der optische Digitalausgang des Samsung-Players benutzt wird.

Samsung BD-P1600 | Features und Bedienung

Obwohl Speicherchips heute wirklich kaum noch etwas kosten, muss man dem BD-P1600 einen mindestens 1 GByte großen USB-Stick „spendieren” um seine BD-Live-Funktionen nutzen zu können. Zudem braucht es Geduld: Schon der Verbindungsaufbau dauert fast zwei Minuten und der-  Download eines 150 Sekunden langen Trailers in 1080er Auflösung benötigt im Test an einer Drei-Mbit/s-Leitung sogar knappe sieben Minuten. Wer aufs Kabel für die Internetanbindung verzichten möchte, der kann den 100 Euro teuren USB-WLAN-Dongle (WIS09ABGN-G) verwenden. Die Firmware des Players ist dafür vorbereitet, unterstützt aber ausschließlich diesen einen Dongle, WLAN-Sticks anderer Hersteller arbeiten nicht mit dem BD-P1600.

Der neue BD-P1600 kommt mit seiner großen Frontklappe sehr aufgeräumt daher und bietet einige nette Komfortfunktionen. So öffnet sich die Schublade selbst bei abgeschaltetem Gerät binnen einer Sekunde nach Betätigen der Auswurftaste und ein Startbildschirm folgt sofort. Zum Vergleich: Ein BDP-LX70A aus der zweiten BD-Player-Generation von Pioneer ließ sich für das Öffnen der Lade noch eine volle Minute Zeit.

Auch die Einlesegeschwindigkeit ist mit 17 Sekunden von Haus aus recht schnell und kommt ohne stromfressenden Schnellstart-Modus aus. Im Standby fallen deshalb stets nur 0,24 Watt an und auch im Betrieb gibt er sich mit 17,6 Watt einigermaßen genügsam.

Als kleine Spielerei empfinden wir die sechs piepsenden Softkey-Tasten auf der Gerätefront, die sich mit unterschiedlicher Tonfolge und Höhe zurückmelden. Mit etwas Übung hört man im Dunkeln, welche Taste man gedrückt hat. Die Sensortasten und der Sensortastenton können aber auch ausgeschaltet werden.

Praktisch ist auch die A-B-Repeat-Funktion, die nur wenige BD-Player bieten. Damit kann man interessante Stellen mit Auffälligkeiten wie kleinen Filmfehlern ständig wiederholen. Auch Samsungs flexible Suchlaufmodi beeindrucken – in der schnellsten von sechs wählbaren Geschwindigkeiten liefert er glatt einen 128-fachen Bildsuchlauf.

Schlecht dagegen, dass auch der Samsung leichte Laufwerksgeräusche zu Gehör bringt, die nicht nur beim Positionieren des Lasers, sondern auch während der Wiedergabe leise hörbar sind.

Samsungs Bildschirmmenü ist dafür erfreulich übersichtlich gestaltet und sehr einfach bedienbar. Hier lassen sich alle HDMI-Auflösungen zwischen 576i und 1080p sowie die 24p-Wiedergabe sicher einstellen und festnageln. Bei Problemen kehrt der Samsung automatisch auf das zuletzt eingestellte Bildformat, wenn man die neue
Auflösung nicht explizit bestätigt.

Samsung BD-P1600 | Multimedia-Fähigkeiten

Der BD-P1600 schließt die „Versorgungslücken”, die der BD-P1500 noch aufzuweisen hatte fast vollständig. Er beherrscht die Wiedergabe von DivX-Videos, MP3-Musik und JPEG-Fotos sowohl von selbst gebrannten CDs oder DVDs als auch über seine doppelt vorhandenen USB-Anschlüsse. Von HD-Qualität bei der Foto-Wiedergabe zu sprechen, wäre aber gewagt: Der Zugriff auf hochaufgelöste Fotos gelingt zwar schnell, allerdings skaliert er sie leider in reduzierter Qualität und mit unschönen Treppenstufen. Insgesamt übertrifft die Darstellung damit kaum die PAL-Auflösung und macht keinen Spaß.

Obwohl die Netzwerkbuchse vorhanden ist und sogar die Unterstützung für den bereits beschriebenen WLAN-Stick integriert ist, kann sich der „kleine” Samsung nicht mit den beiden „größeren” Vertretern, dem BD-P3600 und dem BD-P4610 messen. Der 1600er holt sich über ’s Netzwerk lediglich BD-Live Zusatzmaterial. Streaming von Multimediadaten wie es die beiden anderen Modelle bieten, beherrscht er nicht. Immerhin spielt der BD-P1600 HD-Videos vom Camcorder ab, wenn man sie im AVCHD-Format auf DVD brennt.

Samsung BD-P1600 | Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis
: 280 Euro
Abmessungen: 5,4 x 43 x 21,5 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: kein Netzschalter
Stromverbrauch Standby: 0,2 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 17,6 Watt

Anschlüsse
HDMI: 1x
Component (YUV): 1x (BNC)
Scart: nicht vorhanden
S-Video: nicht vorhanden
F-BAS: 1x
Digital-Ton: 1x Optisch
Analog-Ton: 2.0
LAN: 1x
Sonstige: 2x USB

Wiedergabe
DVD-Medien: -R/+R/-RW/+RW
Blu-ray-Medien: -R/-RE
Disc-Formate: BD/DVD/CD
Andere Formate: MP3/JPEG/DIVX/AVCHD
Info über Datenrate: nein
Speicher für Bildeinstellung: 3x fest/1x frei (2 Settings)
24p-Ausgabe: ja
BD-Profile 1.1 (Bild-in-Bild): ja
BD-Profile 2.0 (BD-Live): ja
HD-Ton als Bitstream über HDMI: ja
HD-Ton Mehrkanaldecoder: Dolby Digital Plus/Dolby TrueHD/DTS-HD

BEWERTUNG
Sehtest: sehr gut
HDMI-Bildauflösung: 100 %
HDMI-Neutralität: sehr gut
BILDQUALITÄT sehr gut
Hörtest: sehr gut
Qualität Digitalton (Jitter): 2,78 %
Analogton Klangtreue: 0,2 dB
Rauschabstand (S/N): 104,9 dB
TONQUALITÄT sehr gut
Ausstattung: gut
Bedienung: gut
Menü: befriedigend
Material + Verarbeitung gut
Startzeit aus Standby 17 Sekunden
Einlesezeit DVD / Blu-ray 15 / 17 Sekunden
player.de GESAMTWERTUNG sehr gut

player.de meint:

Der neue Samsung BD-P1600 ist ein sehr guter Blu-ray Player und DVD-Spieler zugleich. Der Player begeistert im Heimkino durch einfache Bedienung und ein flottes Laufwerk, das allerdings leiser sein könnte. Weniger angetan sind wir vom Laufwerksgeräusch, der Fotoqualität und der vergleichsweise mageren Multimedia-Unterstützung.

Weiterführende Links

Samsung BD-P1600 Produktseite