Test: Blu-ray-Player Panasonic DMP-BD80

In unserem Testlabor konnten wir den Panasonic DMP-BD80 ausführlich testen.
In unserem Testlabor konnten wir den Panasonic DMP-BD80 ausführlich testen.

Bereits vor Kurzem konnten wir den neuen Panasonic DMP-BD60 und seine tollen Multimedia-Features, von den japanischen Entwicklern schlicht „Viera Cast” genannt, ausführlich testen. Nun ist ein weiteres Modell aus der Reihe im Labor von AV T.O.P. Messtechnik eingetroffen, dass sich vom BD60 rein äußerlich nur durch das Vorhandensein zusätzlicher Buchsen für analogen 7.1-Ton unterscheidet. Natürlich wollten wir es uns nicht nehmen lassen, dem 70 Euro teureren DMP-BD80 (UVP 400 Euro), ebenfalls sehr intensiv in die Karten zu schauen.

Vorteile im Überblick:

– zeigt ein sehr gutes Kinobild mit 24p
– bietet umfangreiche Videoregler
– gibt HD-Ton als Bitstream über HDMI aus
– decodiert HD-Ton in PCM oder analog
– unterstützt BD-Live
– spielt Multimediadaten von SD-Karte oder USB-Stick
– kann YouTube-Videos abrufen
– kann auch DVDs in hoher Qualität wiedergeben

Nachteile im Überblick:

– merkt sich die Einstellung des Filmmodes für DVD-Wiedergabe nicht
– in leisen Passagen ist das Lüfter-/ Laufwerksgeräusch nervig

Panasonic DMP-BD 80 | Bildqualität bei Blu-ray-Wiedergabe

Nach dem heute nahezu jedes Display 24p-Signale zumindest entgegennimmt, könnte Panasonic den 24p-Modus ruhig ab Werk einschalten, denn nur dann überzeugt der DMP-BD80 wie seine Vorgänger mit perfekter ruckelfreier 24p-Wiedergabe. So muss man halt erst manuell umschalten – auch okay.

Die gute 24p-Qualität ist auch nicht weiter verwunderlich, hochauflösende Testbilder oder Kinofilme auf Blu-ray-Disc zeigen schließlich alle neuen Blu-ray-Player flimmerfrei und in der originalen Kinobildwiederholfrequenz.

Was dagegen viele Player nicht bieten, sind umfangreiche Videoregler, mit denen bei Bedarf Unzulänglichkeiten von Ausgangsmaterial oder Display ausgeglichen werden können. Der DMP-BD80 kann hier punkten: Er bietet flexible Eingriffsmöglichkeiten, um beispielsweise dem körnigen Bild im Kriegsdrama „Der Patriot“ entgegenzuwirken. Die beiden digitalen Rauschfilter des BD80 helfen auch bei Blu-rays wie „Der Fuchs und das Mädchen“, denn hier reduziert der Player auf Wunsch das in einigen Szenen deutlich sichtbare Rauschen im Himmel und in den Baumkronen. Die Bildregler wirken beim Panasonic BD-80 sogar für Trailer und weiteres Bonusmaterial das über die BD-Live-Funktion heruntergeladen wurde. Das ist nicht selbstverständlich.

Das De-Interlacing von HD-Videomaterial mit 50 oder 60 Bewegungsphasen pro Sekunde – auf Blu-ray-Disc im Interlaced-Format 1080/50i oder 1080/60i gespeichert – gelingt dem DMP-BD80 erwartungsgemäß gut. Wie bereits bei Panasonics Vorgängermodellen zeigen die-  Nummernschilder der mit unterschiedlicher Geschwindigkeit durchs Bild fahrenden Autos auf der Test-Disc „Pioneer Demo Contents Summer 2007“ keinerlei Ausfransungen. Einzig das Porträt einer jungen Frau mit besonders langsamer Bewegung lässt leichtes Flimmern in den Augenwimpern erkennen. Diese besonders fordernde Sequenz meistern aber auch nur wenige High-End-Player wirklich besser, etwa der Pioneer BDP-LX91.

Panasonic DMP-BD 80 | Bildqualität DVD

Wie bereits der kleinere Bruder DMP-BD60, verfügt der BD80 über eine perfekt funktionierende Filmmode-Erkennung für Spielfilm-DVDs. Allerdings wie schon bei früheren Modellen nur dann, wenn per Hand auf „Film” gestellt wird. Dann meistert der Panasonic Player auch DVDs denen ein Vollbildmarker fehlt. Die schwierige Strandszene in Kapitel 4 auf unserer beliebten, weil ohne Progressive-Flag gemasterten „Test-DVD” „Sechs Tage, Sieben Nächte” zeigt NUR IN DER EINSTELLUNG FILM keinerlei Zeilenflimmern. Im „Auto”-Modus der sich bei jedem Öffnen der Disc-Lade automatisch einstellt, flimmern die Strandliegen dagegen unangenehm. Das manuelle Umstellen ist lästig und wird von uns bereits seit längerem kritisiert, bislang aber leider ohne Ergebnis.

Neben der guten „manuellen” Vollbildverarbeitung brilliert der DMP-BD80 auch mit einer beeindruckenden Bildschärfe. Im Praxistest entwickelt die Anfangsszene im Auenwald des ersten Teils der Herr der Ringe Trilogie eine verblüffende Plastizität und Tiefenwirkung: Frodo Beutlin zeichnet sich klar vor dem unschärferen Hintergrund ab.

Die Labormessungen belegen diesen Eindruck: Der BD80 zeigt über HDMI eine leichte Anhebung feinster Details, die aber noch nicht in Saumbildung oder Überzeichnung ausartet. Im Gegenteil – sie kompensiert eher geschickt den leichten Schärfeabfall, den die meisten DVDs im laufenden Filmbild aufweisen.

Die Wiedergabe von Videomaterial gelingt dem BD80 dagegen auf Anhieb nahezu perfekt.-  Solange der Filmmode auf „Video” oder „Auto” steht – hier kann man sich getrost auf die Automatik verlassen – zeigt der Blu-ray Player beispielsweise auch Konzertmitschnitte fein und sauber. So schwenkt etwa Mötorhead-Frontmann Lemmy Killmister auf der DVD „Stage Fright“ seine-  Bassgitarre mit fein aufgelösten Saiten und nahezu flimmerfrei.

Panasonic DMP-BD 80 | Tonqualität

Damit der DMP-BD80 über HDMI vollständigen HD-Ton als Bitstream ausgibt, muss man im Audio-Menü den „BD-Video Zweitton“ ausschalten, sonst gibt der Player nur Dolby Digital bzw. bei DTS den Kern aus. Und dass sich die HD-Variante auf jeden Fall lohnt, beweist der BD80 im Hörraum unseres Messlabors am großen Pioneer-Receiver SC-LX90: Dynamik und Präzision sind der „Standard-Variante” weit überlegen. So klingt beim Silbermond-Konzert „Laut gedacht live“ —  aufgenommen in DTS High Resolution Audio —  das Schlagzeug um Klassen mächtiger und das Klatschen im Publikum ist klarer und authentischer zu orten als mit dem DTS-Kern.

Kommt der interne Decoder des Panasonic DMP-BD80 zum Einsatz, stellt sich ein hörbarer-  Unterschied bei der HD-Tonausgabe gegenüber der Bitstream-Ausgabe ein. Zudem sorgt der DMP-BD80 bei DTS-HD Soundtracks mit 5.1-Kanalton für Verwirrung: Sowohl PCM-Ton als auch analogen Mehrkanal-Ton gibt der Player stets im 7.1-Format aus! Dank der hinteren Kanäle-  klingt es zwar mit mehr Ambiente und Hall räumlicher, aber auch weniger spritzig und dynamisch.-  Beim mit 5.1 Master Audio Ton produzierten Epos „Königreich der Himmel“ gibt der interne Decoder stets sieben Kanäle aus. Er lässt den Wind von hinten über die Surround-Back-Kanäle stärker heulen. Wer den originalen Soundtrack will, der muss den Player auf Bitstream-Ausgabe stellen.

Zu beachten gilt es auch, dass der DMP-BD80 sowohl decodierten PCM-Ton als auch analogen 7.1-Ton rund vier Dezibel leiser ausgibt als als Bitstream-Ton. Gleicht man die Lautstärkeunterschiede aus, fällt der Klangvorteil der Bitstream-Variante bei HD-Ton von Dolby weniger deutlich aus. Das Livekonzert von Dave Matthews und Tim Reynolds auf Dolbys Blu-ray-Demodisc „The Sound of High Definition“ wirkt auch nach der Decodierung originalgetreu. Über HDMI als PCM-Ton oder analog als 7.1-Ton klingen die akustischen Gitarren sehr ähnlich und nur einen kleinen Tick weicher und nicht ganz so präzise wie bei der Bitstream-Variante, bei der der Pioneer AV-Receiver die Decodierung und D/A-Wandlung übernimmt.

Panasonic DMP-BD 80 | Features und Bedienung

Panasonic macht mit seinem Dienst Viera Cast – siehe Abschnitt Multimedia – Internet-Medien für eine Kundengruppe zugänglich, die bisher keinen PC-Arbeitsplatz ins Wohnzimmer verlegen wollte. Dort braucht es dann lediglich einen Netzwerkzugang per LAN-Kabel oder wenn es drahtlos sein soll, mittels einer WLAN-Bridge. Selbst bei einer moderaten Drei-Mbit/s-Verbindung erlaubt der DMP-BD80 eine angenehm schnelle Navigation im Web und ermöglicht das Herunterladen von BD-Live-Online-Extras wie Trailer oder interaktives Bonusmaterial. Ein einminütiges HD-Video ist so in rund drei Minuten heruntergeladen und auf einer SD-Karte zwischengespeichert.

Das dazu notwendige Kartenlaufwerk verbirgt sich hinter der unauffälligen Frontklappe, die auch den Zugriff auf den USB-Anschluss freigibt. In das Kartenlaufwerk können bis SDHC-Speicherkarten mit bis zu 32 GByte eingesetzt werden. CamCorder-Videos im AVCHD-Format sowie JPEG-Fotos lassen sich so mit dem DMP-BD80 direkt und komfortabel wiedergeben. Über den USB-Port oder von Disc lassen sich neben Fotos mit Vorschaubildern auch DivX-Videos und MP3-Musik abspielen. Über USB akzeptiert der Panasonic Player keine AVCHD-Videos, auf Disc gebrannt schon.

Nach wie vor brauchen BD-Player teils gähnend lange um eine neue Disc einzulesen. Panasonic ist hier mit 26 Sekunden zwar vergleichsweise schnell, gewinnt aber ebenfalls noch keinen Blumentopf damit. Und auch Panasonics eigener Schnellstart-Modus ändert daran wenig: Nach dem Ausschalten legt sich der Player zwar nicht komplett schlafen und startet dadurch beim nächsten Einschalten entsprechend flotter – die Wartezeit reduziert sich auf neun Sekunden – allerdings funktioniert das nicht mit neu eingelegten Discs. Zudem erhöht sich der Standby-Stromverbrauch von 0,3 auf 5 Watt. Im Betrieb gibt sich der BD 80 dagegen mit 14,9 Watt sehr genügsam und ist ohne den Schnellstart-Modus ein echter Stromsparer.

Etwas unerfreulich zeigt sich der DMP-BD80 in Sachen Geräuschentwicklung. Am Anfang einer Disc schwillt der Geräuschpegel wegen der höheren Drehzahl merklich an. Zwar reduziert sich die Drehzahl und damit das Laufgeräusch schon nach wenigen Minuten deutlich, doch im Vergleich zu anderen Geräten bleibt es in leisen Passagen stets präsent.

Die Fernbedienung ist wie von Panasonic gewohnt, handlich und durchdacht. Wichtige Funktionen sind um das Cursorkreuz herum angeordnet und so schnell im Zugriff.-  Die Display-Taste informiert beispielsweise vorbildhaft über den Audio- und Video-Codec der eingelegten Scheibe und öffnet zudem das Videomenü. Während der Wiedergabe lässt sich hier die-  Bildqualität für DVD-Kinofilme optimieren, indem man manuell den Filmmode „Film“ aktiviert. Wie seine Vorgänger auch, stellt sich der Player aber leider bei jedem Öffnen der Schublade auf den weitaus schlechteren Modus „Auto“ zurück. Schade, denn im Film-Modus ist der DMP-BD80 ein perfekter DVD-Spieler.

Recht gut hat Panasonic die Benutzerführung im Setup-Menü gelöst, denn der DMP-BD80 liefert zu fast allen Einstellungen ausführliche Erklärungen. Trotzdem braucht es etwas Zeit um mit dem BD80 zurecht zu kommen. Bei den Toneinstellungen etwa befinden sich diverse Optionen in einer Vielzahl an Menüs vergraben.

Gut gelungen ist den Entwicklern die Bedienung der „Viera Cast“-Funktionen, sie ist weitgehend intuitiv. Dass Panasonic bei Flachbildfernsehern nach wie vor auf die Plasma-Technik setzt sieht man auch bei Ihren Blu-ray-Playern: Bei längerer Inaktivität schaltet sich ein Bildschirmschoner ein der somit das Display vor Einbrenneffekten bewahrt.

Multimedia-Fähigkeiten

Wie schon beim vor Kurzem getesteten DMP-BD60 ist auch beim DMP-BD80 die neue „Viera Cast” Funktion ein absolutes Highlight. Über einen eigenen Internet-Dienst bietet Panasonic den Zugriff auf YouTube-Videos, Picasa-Fotoalben, Nachrichtenticker und Sportergebnisse. Weitere Inhalte sind in Vorbereitung, einen Anspruch auf die Inhalte kann Panasonic aber nicht zusagen, was angesichts der aktuellen Urheberrechts-Diskussion bei Musiktiteln beispielsweise nicht verwundert.

Die Bedienung geht einfach und flott von der Hand. Über eine DSL-Leitung mit 3 MBit/s klappt die Auswahl und Suche von Videos und Bildern mit angenehmem Tempo und vor allem in erstaunlich guter Qualität. Wir sind immer wieder überrascht, wieviel Spaß YouTube-Videos auf einem Full-HD-Fernseher oder sogar einem Projektor machen können, man erwartet eigentlich schlechteres.

Einen PC mit Internetzugang, Webbrowser, Maus und Tastatur kann der DMP-BD80 mit Viera Cast allerdings nicht ersetzen. Das liegt nicht allein an der etwas umständlichen Bedienung mit Softkey-Texteingabe, sondern auch an der Filterung der Inhalte: Was angezeigt wird und was nicht, bestimmt Panasonic.

Was der BD80 noch nicht bietet, ist DLNA-Kompatibilität. Auf dem heimischen PC abgelegte Multimedia-Inhalte kenn er deshalb nicht übers Netzwerk abspielen.

Testergebnisse

AUSSTATTUNG

Allgemein
Preis
: 400 Euro
Abmessungen: 5 x 43 x 24,8 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: kein Netzschalter
Stromverbrauch Standby: 0,3 Watt / 5 Watt (Quickstart-Modus)
Stromverbrauch Betrieb: 14,9 Watt

Anschlüsse
HDMI: 1x
Component (YUV): 1x (BNC)
Scart: nicht vorhanden
S-Video: nicht vorhanden
F-BAS: 1x
Digital-Ton: 1x Optisch, 1x Coax
Analog-Ton: 7.1
LAN: 1x
Sonstige: 1x USB/1x SD-HC-Slot

Wiedergabe
DVD-Medien: -R/+R/-RW/+RW
Blu-ray-Medien: -R/-RE
Disc-Formate: BD/DVD/CD
Andere Formate: MP3/JPEG/DIVX/AVCHD
Info über Datenrate: ja
Speicher für Bildeinstellung: 4x fest/1x frei (7 Settings)
24p-Ausgabe: ja
BD-Profile 1.1 (Bild-in-Bild): ja
BD-Profile 2.0 (BD-Live): ja
HD-Ton als Bitstream über HDMI: ja

HD-Ton Mehrkanaldecoder: Dolby Digital Plus/Dolby TrueHD/DTS-HD

BEWERTUNG
Sehtest: sehr gut
HDMI-Bildauflösung: 100 %
HDMI-Neutralität: sehr gut
BILDQUALITÄT sehr gut
Hörtest: sehr gut
Qualität Digitalton (Jitter): 2,9 %
Analogton Klangtreue: 0,2 dB
Rauschabstand (S/N): 102,2 dB
TONQUALITÄT sehr gut
Ausstattung: sehr gut
Bedienung: gut
Menü: gut
Material + Verarbeitung gut
Startzeit aus Standby 9 Sekunden (Quickstart)
Einlesezeit DVD / Blu-ray 22 / 35 Sekunden
player.de GESAMTWERTUNG sehr gut

Player.de meint:

Der Alleskönner von Panasonic begeistert neben einem fast schon perfekten Blu-ray-Bild mit modernen Multimedia- und Netzwerk-Extras und versorgt sogar ältere Receiver mit intern decodiertem HD-Ton per PCM oder am analogen Ausgang mit hervorragender Qualität. Eigentlich wäre der DMP-BD80 auch ein hervorragender DVD-Spieler, wenn er beim Scheibenwechsel oder Ausschalten nicht immer seinen tollen Filmmode „vergessen” würde. Kritik bekommt auch das Laufwerksgeräusch, das in leisen Passagen durchaus störend wirken kann. Lob gibt es aber wieder für den äußerst moderaten Preis und den sehr niedrigen Stromverbrauch.

Weiterführende Links

Panasonic DMP-BD80 Produktseite