Test: Blu-ray Player Marantz BD7003

In unserem Testlabor konnten wir den Player ausführlich testen.
In unserem Testlabor konnten wir den Player ausführlich testen.

Marantz ist noch nicht lange im Geschäft, zumindest wenn es um Blu-ray-Player geht. Erst seit Ende Dezember 2008 gibt es das 2.000 Euro teure Flaggschiff BD8002 und den für 800 Euro erhältlichen BD7003, der hier getestet wird. Beim günstigeren Modell muss man zwar noch auf BD-Live und analogen Mehrkanalton verzichten, bekommt aber immerhin einen SD-Kartenleser und HDMI-Bildregler. Wie es um die Qualität des kleinen Marantz-Players bestellt ist, zeigte er im AV T.O.P. Testlabor. Dort offenbarten sich auch ein paar augenscheinliche Ähnlichkeiten mit-  Playern von Denon oder Philips.

Vorteile im Überblick:
– zeigt ein
sehr gutes Kinobild mit 24p
– HD-Ton wird über HDMI als Bitstream übertragen
– umfangreiche Bildregler vorhanden
– SD-Kartenleser für die Wiedergabe von Fotos und Musik

Nachteile im Überblick:
– nicht sehr zukunftssicher:
BD-Live wird nicht unterstützt
kein 7.1-Decoder eingebaut
– kein analoger 5.1-Tonausgang vorhanden
– kann einen Top-DVD-Spieler nicht ersetzen

Bildqualität bei Blu-ray-Wiedergabe

Im Labortest leistet sich der Marantz BD7003 beim HDMI-Frequenzgang eine winzige Dämpfung von rund einem Dezibel. Das wirkt sich in der Praxis aber so gut wie überhaupt nicht aus und wenn doch, lässt sich das per Bildregler fein ausgleichen.

Der dreifache Rauschfilter sowie ein Schärferegler sollen in der Praxis helfen, leicht verrauschte oder körnig wirkende Blu-ray-Filme wie etwa Luc Jacquet’s (Die Reise der Pinguine) wunderbares Abenteuer „Der Fuchs und das Mädchen“ nachzuregeln.

Während das Absenken der Bildschärfe ein Grieseln in den Baumwipfeln im 4.Kapitel effektiv unterdrückt, bleibt die Wirkung des Rauschfilters kaum sichtbar. Trotzdem erscheinen feine Hautporen im Gesicht des kleinen Mädchens „Lila” bereits weicher.

Erwartungsgemäß zeigen sich bei der originären Wiedergabe im Kinoformat mit 24p keinerlei Probleme, zumindest dann, wenn Fernseher oder Projektor eine vernünftige Darstellung hinbekommen. Die Filme gleiten fast ruckelfrei und in perfekter Vollbildqualität über den Bildschirm und auch bei HD-Dokumentationen kommt es so gut wie nie zu störendem Flimmern. Lediglich bei sehr schnell durchs Bild gleitenden Objekten wie etwa den Nummernschildern der Autos auf einer unserer Test-Discs kann es zu leichten Ausfransungen und Doppelbildern kommen.

Bildqualität DVD

Solange eine DVD einen Vollbild-Marker besitzt, spielt sie der Marantz BD7003 durchgängig fehlerfrei ab. Fehlt der Marker – auch Progressive-Flag genannt – aber, lösen horizontale Schwenks gelegentlich Zeilenflimmern aus.

In der Strandszene unserer „beliebten „Test-Disc”, „Sechs Tage, Sieben Nächte” kommt es deshalb an den Liegestühlen zu häßlichem Flimmern. Dieses Manko gleicht der Player aber eigentlich wieder mit seinen Möglichkeiten zum Bildtuning aus. Damit lässt er selbst bereits etwas betagte DVDs wie „Das große Krabbeln“ ein ganzes Stück knackiger erscheinen. Der Schärferegler spitzt nur höchste Frequenzen und damit ganz feine Details an, sodass dabei keine hässlichen groben Säume entstehen. Der Zugewinn zeigt sich auch in der Anfangsszene im Auenwald bei „Der Herr der Ringe“ eindrucksvoll: Das Bild gewinnt merklich an Plastizität und Tiefenwirkung.

Tonqualität

CDs klingen über den analogen Stereoausgang des Marantz BD7003 absolut ausgewogen, etwas anderes hätten wir von einer für High End-Audio bekannten Firma auch nicht erwartet. Der Player gibt Stimmen natürlich und geschmeidig wieder.

Da dem Marantz BD7003 aber ein analoger Mehrkanalausgang genauso fehlt wie eine vollständige Decodierung von 7.1-HD-Ton in PCM, braucht es für richtig guten Heimkinoklang unbedingt einen AV-Receiver der Bitstream über HDMI versteht. In PCM decodiert der BD7003 lediglich-  fünf Kanäle mit Subwoofer.

Ausstattung und Bedienung

Auch wenn es sich beim Marantz BD7003 um einen relativ neuen Player handelt, so unterstützt er leider noch kein BD-Live nach BD-Profil 2.0. Lediglich das Profil 1.1 mit Bonus View kann er

bieten. Dafür setzt Marantz auf die Wiedergabe von Multimediadateien und hat dem Player frontseitig einen SD-Kartenleser verpasst. Neben Musik im MP3-Format gibt er darüber auch Fotos (JPEG) wieder, diese aber leider nur bis zu einer Dateigröße von 3,5 MByte, größere Bilder werden nicht angezeigt.

Unschön: Die Multimediawiedergabe lässt sich nur denkbar umständlich im weit verschachtelten Customer-Menü aktivieren – wie beim Denon DVD-1800BD.

Selbstredend sind für die Wiedergabe von DVDs und Blu-rays alle HDMI-Bildauflösungen inklusive der ruckelarmen Kinovariante 1080/24p vorhanden. Da der Player über HDMI auch in 576i ausgibt, können DVD-Bilder im originalen Halbbildformat übertragen werden und somit die Konvertierung der Halbbilder in das Vollbildformat mit Skalierung auf die volle HDTV-Auflösung dem AV-Receiver oder Display überlassen werden. Das bietet sich vor allem dann an, wenn deren eigener Videoprozessor ein besseres Ergebnis als der Marantz-Player liefert, was in Anbetracht der im Test festgestellten Unzulänglichkeiten sehr wahrscheinlich ist: Nur bei korrekt gemasterten Kino-DVDs mit Vollbildmarker gelingt dem Marantz ein perfektes De-Interlacing. Bei anderen DVDs ohne Unterstützung durch das Flag flimmern bewegte Bildkanten.

Hilfreich und nicht selbstverständlich sind die sechsfachen Bildregler die unter anderem auch eine Korrektur von Gamma und Schärfe ermöglichen und sowohl bei DVD als auch bei Blu-ray wirken. Ebenfalls sehr angenehm: Über die Display-Taste der Fernbedienung liefert der Marantz komplette Rückmeldungen zum eingestellten Bild- und Tonformat. Wer häufig Musik hört, wird sich über das leise Laufwerk des Players genauso freuen wie über die Möglichkeit, mit der „Pure-Direct“-Funktion das dimmbare Display sowie nicht benötigte Videoschaltkreise während des Musikgenusses abschalten zu können.

Testergebnisse im Detail

AUSSTATTUNG
Allgemein
Preis: 800 Euro
Abmessungen: 8 x 44 x 36,8 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: kein Netzschalter
Stromverbrauch Standby: 0,2 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 20,8 Watt

Anschlüsse
HDMI
: 1x
Component (YUV): 1x
Scart: nicht vorhanden
S-Video: nicht vorhanden
F-BAS: 1x
Digital-Ton: 1x Coax
Analog-Ton: 2.0
LAN: nicht vorhanden
Sonstige: SD-Karte

Wiedergabe

DVD-Medien: -R/+R/-RW/+RW
Blu-ray-Medien:BD-R/BD-RE
Disc-Formate: BD/DVD/CD
Andere Formate: MP3/JPEG/DivX
Info über Datenrate: ja
Speicher für Bildeinstellung: 1x fest, 1x frei (6 Settings)
24p-Ausgabe: ja
BD-Profile 1.1 (Bild-in-Bild): ja
BD-Profile 2.0 (BD-Live): nein
HD-Ton als Bitstream über HDMI: ja
HD-Ton Mehrkanaldecoder: Dolby Digital Plus/Dolby TrueHD

BEWERTUNG
Sehtest: gut
HDMI-Bildauflösung: 95,3 %
HDMI-Neutralität: sehr gut
BILDQUALITÄT gut
Hörtest: sehr gut
Qualität Digitalton (Jitter): 2,6%
Analogton Klangtreue: 0,05 dB
Rauschabstand (S/N): 96,8 dB
TONQUALITÄT sehr gut
Ausstattung: gut
Bedienung: gut
Menü: befriedigend
Material + Verarbeitung gut
Startzeit aus Standby 20 Sekunden
Einlesezeit DVD / Blu-ray 19 / 41 Sekunden
player.de GESAMTWERTUNG gut bis sehr gut

player.de meint: Der Marantz BD7003 erledigt seine Arbeit gut, aber unspektakulär. Wer auf Internet-Anbindung verzichten kann und einen neuen HDMI-Receiver besitzt, kommt mit dem Marantz gut zurecht. Trotz SD-Kartenlaufwerk finden wir den Preis aber etwas zu happig.

Weiterführende Links

Marantz BD7003 Produktseite