Test: Blu-ray Player Panasonic DMP-BD35

    In unserem Testlabor haben wir das Gerät einem ausführlichen Test unterzogen.
In unserem Testlabor haben wir den Player einem ausführlichen Test unterzogen.

Bis vor Kurzem war der DMP-BD35 der preisgünstigste Blu-ray Player aus dem Hause Panasonic. Mittlerweile gibt es mit dem Nachfolger, dem DMP-BD60 (Link zum Test) zwar ein Gerät, das umfangreicher ausgestattet und gleichzeitig etwas günstiger ist (EVP 20 Euro niedriger), doch der DMP-BD35 wird in verschiedenen Online-Shops zu äußerst attraktiven Preisen um 200 Euro angeboten. Für uns ist das Grund genug, auch den „alten” Einsteiger-Player in unserem Messlabor AVTOP intensiv unter die Lupe zu nehmen.

Vorteile im Überblick:
sehr gutes HDTV Kinobild mit 24p
– kann einen DVD-Player ersetzen (richtige Einstellung vorausgesetzt)
– eingebauter SD-Kartenleser für Fotos und HD-Video
– BD-Live-Unterstützung mit LAN-Anschluss
– interne Decodierung von 7.1-Hochbit-Audio
– vergleichsweise sehr günstig

Nachteile im Überblick:
kein analoger Ausgang für Mehrkanal-Ton
– merkt sich die Einstellung für den Progressive Modus (DVD-Vollbildausgabe) nicht
– bei Multimedia-Ausstattung nicht ganz so aktuell wie die aktuellen Player BD-60 und BD-80

Bildqualität bei Blu-ray-Wiedergabe

Der Panasonic DMP-BD35 liefert 1080p-Kino in flimmerfreier Qualität mit 60 und 24 Bildern pro Sekunde. Er produziert exakte Luminanz-Pegel mit nur minimalen Abweichungen bei der Farbdecodierung, die in der Praxis nicht auffallen und nur bei entsprechenden Testbildern herausgearbeitet werden. Farben, Bilddetails und Bewegungsschärfe sind annähernd perfekt – keine Kritik aus dem Testlabor. Körnigem und leicht überschärftem Filmbild wie etwa im Kriegsdrama „Der Patriot“ lässt sich mit Hilfe der vorhandenen Videoregler und Rauschfilter entgegenwirken. Damit bietet der Player bessere Eingriffsmöglichkeiten als andere Geräte in der Einsteigerklasse. Aber nicht nur bei Kinofilmen glänzt der Spielgefährte von Panasonic, sondern auch das De-Interlacing bei HD-Videomaterial in 1080/60i gelingt ihm hervorragend. Somit steht er auch bei mit Videokameras gefilmten Dokumentationen auf Blu-ray gut da. Die schnell durchs Bild fahrenden Autos einer Pioneer-Testdisc zeigen im Gegensatz zu manch anderen Geräten wie etwa dem Philips BDP7200 (Link zum Test) an den Nummernschildern keine sichtbaren Geisterbilder oder Ausfransungen. Die erstaunlichste Aussage, die wir an dieser Stelle treffen können, lautet: Der BD-35 steht dem neueren und teureren BD-60 bei der Bildqualität mit Blu-ray in nichts nach! Wenn es Ihnen also vorwiegend um die bestmögliche Bildqualität bei Blu-ray geht, brauchen Sie nicht mehr auszugeben.

Bildqualität DVD

Der Panasonic DMP-BD35 wäre auch als DVD-Player Spitze, wenn da nicht eine Sache wäre, die-  selbst bei den aktuellen Geräten wie dem DMP-BD60 oder DMP-BD80 noch immer nervt… Bei jedem Disc-Wechsel vergisst der Player den De-Interlacing-Modus „Film” und stellt sich zurück auf „Auto”. Ärgerlich ist das deshalb, weil dem Player in Stellung „Film” so schnell keiner was vormacht: Eine solch stabile Kinodarstellung schaffen sonst nur weitaus teurere Geräte wie etwa Pioneers BDP-LX08. Selbst gemeinste Stolperstellen wie etwa die Strandliegen im Film „Sechs Tage, Sieben Nächte” zeigen keinerlei Flimmern. Und auch Top-DVDs wie der Superbit-Fassung von Gladiator verleiht der DMP-BD35 bei leicht angespitzter Bildschärfe eine Plastizität und Tiefenwirkung, die fast an HDTV erinnert. Wenn Sie also bei der DVD-Wiedergabe irgendwann mal was flimmern sehen, dann stellen Sie einfach wieder den Modus „Film“ ein und die Sonne geht wieder auf.

Tonqualität

Mehrkanalton gibt-´s beim DMP-BD35 ausschließlich digital, analogen Mehrkanalton liefern erst der DMP-BD55 oder sein Nachfolger, der DMP-BD80. Analog gibt es beim kleinen Player lediglich Stereo aber das dafür rauscharm und präzise genug, um auch als ordentlicher DVD-Player durchzugehen. Digital gibt er Ton als Bitstream oder PCM-Ton wieder, bei HDMI sogar inklusive vollständiger Decodierung einschließlich der Kanäle für die Surround-Backs der HD-Tonformate. Über HDMI klingen beide Digital-Varianten sehr dynamisch und begeistern durch eine plastische Raumabbildung, so dass auch Musik Spaß macht, selbst wenn eine Top-Heimkinoanlage verbunden wird.

Ausstattung und Bedienung

Neben seiner hervorragenden Bildqualität stellt der Panasonic DMP-BD35 sogar weitaus teurere Konkurrenten mit zusätzlichen Features in den Schatten. Das frontal zugängliche SD-Kartenlaufwerk hinter einer Klappe dient einerseits als Speicherplatz für BD-Live-Inhalte – ja, selbst ein LAN-Anschluss und die Unterstützung für das BD-Profil 2.0 ist vorhanden – anderseits lassen sich darüber-  auch hochauflösende Fotos und HD-Video abspielen. JPEGs zeigt der Player dabei übersichtlich mit Vorschaubildern und flexibler Diashow-Funktion. Selbst Fotos über 10 Megapixel werden noch sauber skaliert, allerdings nicht mehr mit ganz so guter Schärfe wie Fotos im Full-HD-

Format (1920×1080 Bildpunkte).

Kleiner Tipp zwischendrin: Für schnelle und möglichst perfekte Wiedergabe von Digitalfotos am Fernseher sind Bilder mit genau dieser 1080p-Auflösung ideal. Entweder stellen Sie Ihre Kamera gleich entsprechend ein, oder Sie nutzen ein Bildbearbeitungsprogramm mit Stapelverarbeitung (etwa Adobe Photoshop) zur automatischen Umwandlung in das passende Format. Am besten natürlich als Kopie, so dass das Original erhalten bleibt.

Auch auf CD gebrannte Fotos, DivX-Videos und MP3-Files oder auf DVD-R gespeicherte HD-Videos im Format AVCHD kann der multimedial flexible DMP-BD35 abspielen.
Die bereits erwähnten sieben Bildregler wirken auf alles was sich bewegt, also auch bei-  BD-Live-Videos. Lediglich auf die Fotodarstellung haben sie keinen Einfluss.

Standesgemäß gibt der Panasonic DMP-BD35 Blu-rays bis 1080p inklusive einer perfekten 24p-Kinodarstellung aus. Über die „Display“-Taste der Fernbedienung lassen sich dabei die vier-  voreingestellten Bild-Modi aufrufen. Der Clou bei der DVD-Wiedergabe ist der zwischen „Auto“, „Video“ und „Film“ umschaltbare Progressive Modus: Nur in Stellung „Film“ liefert er die von vielen erhoffte stabile Filmmode-Erkennung für Kinofilme. Aber wie schon erwähnt verbirgt sich dabei eine böse Falle: Bei jedem Wechsel der Disc, Öffnen der Schublade oder sogar nur dem Wechsel in den Standby-Modus verliert er diese Einstellung. Anschliessend ist dann wieder die Stellung „Auto“ aktiv und die arbeitet nicht hundertprozentig perfekt, so dass mancher Film zumindest gelegentlich mit flimmernden Kanten versehen wird.

Besonders in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich: Der DMP-BD35 reicht hochauflösenden HD-Ton im 7.1-Format-  vollständig decodiert als 7.1-PCM-Ton an AV-Receiver mit HDMI weiter (die erste Generation der AV-Receiver HDMI unterstützte noch keinen HD-Ton, wie er heute auf Blu-ray verwendet wird) und liefert auf Tastendruck Informationen zum gerade aktiven Audio- und Videocodec.

Testergebnisse im Detail

AUSSTATTUNG
Allgemein
Preis: 350 Euro
Abmessungen: 5 x 43 x 24,9 cm (H x B x T)
Stromverbrauch aus: kein Netzschalter
Stromverbrauch Standby: 0,3 Watt
Stromverbrauch Betrieb: 15,5 Watt

Anschlüsse
HDMI
: 1x
Component (YUV): 1x
Scart: nicht vorhanden
S-Video: nicht vorhanden
F-BAS: 1x
Digital-Ton: 1x Optisch
Analog-Ton: 2.0
LAN: 1x
sonstige: SD-Card

Wiedergabe

DVD-Medien: -R/+R/-RW/+RW
Blu-ray-Medien: -R/-RE
Disc-Formate: BD/DVD/CD
Andere Formate: MP3/JPEG/DivX/AVCHD
Info über Datenrate: nein
Speicher für Bildeinstellung: 4x fest/1x frei definierbar (7 Settings)
24p-Ausgabe: ja
BD-Profile 1.1 (Bild-in-Bild): ja
BD-Profile 2.0 (BD-Live): ja
HD-Ton als Bitstream über HDMI: ja
HD-Ton Mehrkanaldecoder: Dolby Digital Plus/Dolby TrueHD/DTS-HD

BEWERTUNG
Sehtest: sehr gut
HDMI-Bildauflösung: 100 %
HDMI-Neutralität: sehr gut
BILDQUALITÄT sehr gut
Hörtest: sehr gut
Qualität Digitalton (Jitter): 2,76%
Analogton Klangtreue: 0,1 dB
Rauschabstand (S/N): 98,3 dB
TONQUALITÄT sehr gut
Ausstattung: gut
Bedienung: gut
Menü: gut
Material + Verarbeitung gut
Startzeit aus Standby 26 Sekunden
Einlesezeit DVD / Blu-ray 22 / 33 Sekunden
player.de GESAMTWERTUNG sehr gut

player.de meint: Preistipp! Kein anderes Gerät bietet zu solch einem günstigen Preis derzeit mehr Funktionen, modernere-  Schnittstellen oder mehr Features. Ein weiteres Argument ist der vergleichsweise geringere Stromverbrauch – im Internet ist der DMP-BD35 bereits um 200 Euro zu bekommen. Noch dazu übertrifft die Qualität der Vollbildwandlung das Niveau der Einsteigerklasse klar und kann sich sogar mit weitaus teureren Top-Playern messen.

Weiterführende Links

Panasonic DMP-BD35 Produktseite