Praxistest: Panasonics erster Blu-ray-Recoder für Europa

Panasonic bietet in Frankreich ein interessantes Gerät an: Europas ersten Blu-ray-Recorder, den DMR-BW 500. In unserem Testlabor konnten wir dem Recorder bereits in einem ersten Praxistest auf den Zahn fühlen und so herausfinden, ob es sich lohnt den 1.500 Euro teuren und mit HDTV-fähigem Doppeltuner, 500 GByte Festplatte und Blu-ray-Brenner ausgestatteten Recorder beispielsweise bei Amazon Frankreich zu bestellen.

Erster Blu-ray-Recorder in Europa: Panasonic DMR-BW 500
Erster Blu-ray-Recorder in Europa: Panasonic DMR-BW 500

Vorteile im Überblick:
– einfach zu bedienen
– zeichnet HD und SD in sehr guter Qualität auf
– eignet sich auch gut als DVD- und Blu-ray-Player
– zeigt gutes Kino-Bild mit 24p
– BD-Live Unterstützung (Profil 2.0)
– Aufzeichnung von HD- und SD-Content auf Festplatte, DVD und Blu-ray
– Überspielen von HD-Camcorderaufnahmen auf Blu-ray

Nachteile im Überblick:
– hoher Anschaffungspreis
– Blu-ray-Rohlinge noch teuer
– in Deutschland noch kein HDTV über DVB-T
– Menü nur in Französisch und Englisch

DVB-T Test in HDTV: Die Signale des IRT-Funkturms in Freimann lassen sich mit dem Panasonic DMR-BW 500 empfangen.
DVB-T Test in HDTV: Die Signale des IRT-Funkturms in Freimann lassen sich mit dem Panasonic DMR-BW 500 empfangen.

Dass es den DMR-BW 500 derzeit nur in Frankreich gibt, hat seinen Grund: Nur dort gibt es bereits ein reguläres HDTV-Programm über DVB-T. In anderen Ländern Europas und auch in Deutschland laufen derzeit nur vereinzelte Versuche des hochauflösenden terrestrischen Digitalfernsehens. Und diese Versuche sind meist regional beschränkt. So betreibt etwa das Institut für Rundfunktechnik in München Freimann einen kleinen Testsender dessen Reichweite nur wenige Kilometer beträgt. Unser Testlabor liegt am Rand des vom IRT-Testsenders versorgten Gebiet und ist somit in der Lage, die HDTV-Signale des IRT auf Kanal 50 (706 MHz) zu empfangen. Dabei handelt es sich um zwei, bis auf Auflösung und Codierung identische DVB-T-Streams in SD und HDTV (H.264). In einer Endlosschleife laufen verschiedene Szenen aus den Bereichen Architektur, Sport und Natur, die viele Details, Bewegungen und Kameraschwenks aufweisen und somit kritische Qualitätstests ermöglichen. Damit möchte das IRT im Auftrag der öffentlich rechtlichen Fernsehsender herausfinden, welche Technik auf Seite der Sendeanstalten, bzw. der sogenannten Playout-Stationen sowie der Empfangsgeräte notwendig ist, um sowohl das bisherige DVB-T in Standardauflösung zu verbessern, als auch zukünftig in HDTV zu senden. Unter anderem wird bei diesen Tests auch geprüft, wie sich bisherige Empfangsgeräte verhalten, wenn sie neben dem Stream in SD parallel auch HD-Streams empfangen.

DVB-T in HDTV empfangen

So detailreich kann DVB-T sein: In HDTV gesendet zeigt der Panasonic DMR-BW 500 feinste Details wie etwa das Schutznetz bei einem Eishockey-Match.
So detailreich kann DVB-T sein: In HDTV gesendet zeigt der Panasonic DMR-BW 500 feinste Details wie etwa das Schutznetz bei einem Eishockey-Match.

Obwohl Panasonic auf der Verpackung darauf hinweist, dass der Recorder nur in Frankreich funktioniert, klappt der Empfang der HDTV-Signale über DVB-T auf Anhieb. Auch wenn es sich bei der Testausstrahlung um „langweiliges“ Material handelt, so macht es Lust auf mehr. Endlich ist auch über DVB-T ein scharfes Bild mit vielen Details zu erkennen — selbst bei Bewegung und Schwenks. Im obigen Beispiel etwa zeigt sich deutlich, wie detailreich das HDTV-Bild über DVB-T sein kann: Am rechten Rand ist die feine Struktur des Netzes klar und deutlich zu erkennen, das die Zuschauer vor fliegenden Eishockey-Puks schützt. Auch wenn die Bildqualität nicht ganz an HDTV über DVB-S (Satellienfernsehen) oder gar an Blu-ray herankommt, so wünscht man sich bei einem solchen Ergebnis trotzdem, dass die Tests des IRT schneller und vor allem erfolgreich verlaufen, sodass in Deutschland DVB-T in HDTV nicht erst in ein paar Jahren eingeführt wird.

HD-Aufnahmen auf Blu-ray-Rohlinge und Festplatte

Aufgeräumtes Innenleben: Links der Blu-ray-Brenner des DMR-BW 500, rechts die 500 GByte Festplatte.
Aufgeräumtes Innenleben: Links der Blu-ray-Brenner des DMR-BW 500, rechts die 500 GByte Festplatte.

Die Aufnahmen eines HD-Senders landen verlustfrei, also in der gleichen Qualität in der auch ausgestrahlt wird, entweder auf der eingebauten 500 GByte großen Festplatte oder wahlweise auch auf einem eingelegten Blu-ray-Rohling. Der Brenner unterstützt dabei sowohl einmal beschreibbare (BD-R), als auch wiederbeschreibbare (BD-RE) Rohlinge und verarbeitet einschichtige (25 GByte) und zweischichtige (Double-Layer, -DL mit 50 GByte) Medien. Die Aufnahmen lassen sich zudem komfortabel jeweils von der Festplatte auf einen Rohling oder umgekehrt kopieren. Allerdings ist während des Kopiervorgangs keinerlei Wiedergabe oder Aufnahme möglich, sodass zum Fernsehen vorübergegend auf den internen Tuner des TVs ausgewichen werden muss.
Damit die aufgenommenen Blu-ray-Discs auch auf anderen Playern abspielbar sind, ist laut Handbuch ein Finalisieren der Scheiben notwendig. Das nützt allerdings nicht viel: Lediglich auf anderen Panasonic Blu-ray-Playern laufen die Scheiben, die Player anderer Hersteller verweigerten in unserem Test den Dienst. Ein-  Hinweis, dass die Disc nicht abspielbar sei, war alles, was wir zu sehen bekamen.
Neben dem Zurückspielen der Tuner-Aufnahmen von Blu-ray auf die interne Festplatte unterstützt die Kopierfunktion auch Camcorder-Aufnahmen im AVCHD-Format sowohl von Rohlingen als auch von SDHC-Karten.

Standard DVB-T aufnehmen
Eigentlich nicht anders zu erwarten: Auch als herkömmlicher DVD-Recorder macht der DMR-BW 500 eine gute Figur und hat die gute Aufnahmequalität der hauseigenen DVD-Recorder vererbt bekommen. Wie schon bei der Aufnahme von HDTV zeichnet der Recorder wahleise auf die Festplatte oder auf einen Rohling auf. Bei SDTV nun aber zusätzlich auf DVD-RAM oder die beiden Formate DVD- sowie DVD+ jeweils einmal beschreibbar (R) oder wiederbeschreibbar (RW). Im Gegensatz zur HDTV-Aufnahme kann bei SDTV um Platz zu sparen zwischen verschiedenen Qualitätsstufen gewählt werden. Die Codierung arbeitet dabei so effektiv, dass Aufnahmen selbst im Longplay-Modus mit hoher Schärfe gelingen und so gut wie keinerlei störende Kompressionsarteffakte aufweisen.

Der Recorder als Blu-ray-Player
Die Blu-ray-Wiedergabe beherrscht der Recorder genauso gut wie alle aktuellen Panasonic-Player. Kinobilder liefert er in sauberer 1080p-Auflösung sowohl mit 60 Hz als auch mit der kinotypischen Bildwiederholfrequenz von 24 Bildern pro Sekunde. Auch bei Dokumentationen in 1080/60i knickt der Recorder nicht ein. Sie werden – wie bei Panasonic üblich- hervorragend und ohne Zeilenflimmern wiedergegeben. Als aktuelles Gerät bietet der DMR-BW 500 selbstverständlich-  Features wie Bild-in-Bild-Funktion (BD Profil 1.1) sowie dank Netzwerkbuchse auch BD-Live (BD-Profil 2.0).

Alles da: Neben zahlreichen analogen Ein- und Ausgängen bietet der DMR-BW 500 natürlich auch Digitalton und HDMI für den Anschluss an den Flachbildfernseher. Interaktives Blu-ray-Vergnügen gibt es dank Netzwerkbuchse.
Alles da: Neben zahlreichen analogen Ein- und Ausgängen bietet der DMR-BW 500 natürlich auch Digitalton und HDMI für den Anschluss an den Flachbildfernseher. Interaktives Blu-ray-Vergnügen gibt es dank Netzwerkbuchse.

Auch für DVD-Wiedergabe gut geeignet
Nicht selbstverständlich ist heutzutage die gute DVD-Wiedergabe, selbst wenn der Recorder vergleichsweise teuer ist. Ordentliches De-Interlacing und Scaling von SDTV auf HDTV beherrschen eben nur wenige Geräte. Aber auch hier beweist Hersteller Panasonic dass er’s kann und liefert eine hervorragende Bildqualität. Selbst schwierige Scheiben bei denen etwa ein Vollbildmarker fehlt sind für den Recorder kein Problem. Wo andere Geräten unschöne Flimmerkanten bei Kameraschwenks produzieren, arbeitet der BW500 sauber. Dazu muss allerdings der Filmmode im Picture-Menü auf „Cinema“ gestellt werden. Die Einstellung „Auto“ funktioniert nicht immer problemlos. Einen kleinen Schönheitsfehler gibt es dabei allerdings: Die Einstellung des Filmmode geht beim Öffnen der Disc-Schublade verloren und muss daher jedes Mal von Hand vorgenommen werden. Ein Fehler, den wir auch von anderen aktuellen Blu-ray Playern aus dem Hause Panasonic kennen, etwa dem BD-55 oder dem BD-35.

player.de meint: Wow, wäre der Recorder nicht ganz so teuer und würden die Blu-ray-Rohlinge nicht noch ein Vielfaches der DVD-Rohlinge kosten, so wäre der DMR-BW 500 selbst ohne HDTV-Ausstrahlung über DVB-T bereits jetzt ein interessantes Gerät. Immerhin spielt er Blu-rays in hervorragender Qualität ab, gibt DVDs flimmerfrei wieder und- nimmt komfortabel DVB-T auf. DVD-Recorder, Festplattenrecorder und Blu-ray-Player in einem Gerät bietet augenblicklich nur der Panasonic BW-500.