Test: iPod Nano der 4. Generation

Mit dem iPod gelang Apple eine Marktdurchdringung im Bereich portabler Musik, wie es vorher wohl nur Sony mit dem Walkman gelungen war. Seit der Ersteinführung des iPod wurde das Gerät von Apple kontinuierlich weiterentwickelt. Im Jahr 2008 veröffentlichte Apple ein Update der beliebtesten iPod-Reihe: den Nanos. Player.de hat die vierte Generation des iPod Nano einem wochenlangen Praxistest unterzogen und zudem im Testlabor durchgemessen. Unsere ausführlichen Erkenntisse finden Sie in diesem Test.

das hat uns gefallen:

  • einfache Menüführung
  • stylisches Design
  • robuste Bauweise
  • gutes Display

Nachteile im Überblick:

  • mangelhafte Kopfhörer
  • kein Wechseln des Akkus vorgesehen
  • für große Hände eher unhandlich
  • nur wenig mitgeliefertes Zubehör
  • große Abhängigkeit von Apple-Software

Erster Eindruck:

Apple-typisch ist die Verpackung des iPod-Nano wieder sehr stylisch ausgefallen. Hier gibt es also keine wirklichen Veränderungen zu vermelden. Nach dem Auspacken, fällt dann die größte Veränderung des iPod Nano der vierten Generation auf: Augenscheinlich hat sich Apple vom Design der zweiten Generation inspirieren lassen. Der neue Nano ist wesentlich schlanker und nicht so breit wie die Nanos der dritten Generation. Dafür hat er in der Höhe zugelegt und erinnert nun wieder optisch an die zweite Generation der Nano-Reihe.
Das Gewicht des neuen Nano wurde ebenfalls verringert, er bringt nun 37 Gramm auf die Waage. Apple hat dem neuen Nano ein zwei Zoll Display mit einer maximalen Auflösung von 240 x 320 Pixel spendiert, womit es genauso groß ist wie das Display der dritten Generation. Geschützt wird das Display durch eine an das Gehäuse, angepasste und gewölbte Glasscheibe. Im Praxistest hat sich aber gerade diese neue Form der Scheibe als nicht ganz ideal herausgestellt, bildeten sich durch die gewölbte Scheibe doch Reflexionen, die besonders im Videomodus störend auffielen.

Features:

Eine der auffälligsten Neuerungen des Nano ist der Beschleunigungssensor, der schon im iPod Touch und dem iPhone zum Einsatz kommt. Dieser Sensor sorgt unter anderem dafür, dass die Cover-Flow-Darstellung eingeblendet wird, sobald der Nano auf die Seite gedreht wird. Auch Videos und Fotos werden entsprechend gedreht und vom Nano auf die Bildschirmgröße skaliert. Über den Sensor lassen sich zudem Spiele durch Neigen des iPods steuern.
Der Shake-Modus ist ebenfalls neu hinzugekommen. Er bewirkt, dass der Nano zufällig zum nächsten Musiktitel springt, der vom Shuffle-Modus ausgewählt wird.
Dieses Feature erachten wir als technische Spielerei, einen wahren Mehrwert konnten wir nicht wirklich feststellen. Im Praxistest ernteten wir ein paar verwunderte Blicke, als wir den iPod schüttelten, um zum nächsten Musiktitel zu wechseln. Gut gemacht: Beim Joggen reagiert die Funktion nicht versehentlich.

Softwaretechnisch hat Apple hauptsächlich kosmetische Änderungen vorgenommen. Der Coverflow ist noch vom vorherigen iPod bekannt und sieht immer noch gut aus. Weiterhin bietet der Nano rudimentäre Organizer-Funktionen, Spiele und eine Weckfunktion. Mit Hilfe des Equalizers lässt sich der Sound dem eigenen Geschmack anpassen. Dazu stehen verschiedene Voreinstellungen zur Auswahl.
Mit anpassbaren Einstellungen für Kontrast und Hintergrundbeleuchtung lässt sich das LCD-Display auf die aktuelle Umgebungsbeleuchtung einstellen.
Der iPod unterstützt die gängigsten Audioformate wie zum Beispiel: AAC, MP3 und WAV. Andere Formate können über iTunes umgewandelt werden. Videoseitig werden die Formate H.264 und MPEG-4 unterstützt.

Vorbildlich ist die sehr lange Akkulaufzeit von ca. 21 Stunden, allerdings dürfte es schwierig sein, den Akku zu tauschen. Beim Versuch das Gerät zu öffnen, gingen wir fast an die Schmerzgrenze, verzichteten dann aber doch darauf. Dauerhaften Schaden bei so einem Gerät zu verursachen, könnten wir uns nicht verzeihen.

Der iPod wird unter Windows als Wechseldatenträger erkannt. Somit kann man ihn dazu benutzen, Daten zu transportieren. Ein einfaches Kopieren von MP3-Dateien auf den iPod zur späteren Wiedergabe klappt aber leider nicht.

Bedienung:

Leider mussten wir feststellen, dass der iPod durch das schmalere Design nicht mehr so komfortabel zu bedienen ist, wie es noch bei der dritten Generation der Fall war. Dieser lag durch seine Breite wesentlich besser in der Hand. Generell geht die Bedienung über das Click-Wheel immer noch einfach von der Hand, wir konnten uns aber des Eindrucks nicht erwehren, dass das Menü des neuen Nano etwas langsamer reagiert als das der vorherigen Generation.
Bei der Erstinbetriebnahme fordert der iPod lediglich dazu auf, die Menüsprache auszuwählen sowie die Uhrzeit einzustellen. Mehr ist nicht zu tun. Das Menü gestaltet sich weitestgehend selbsterklärend und sollte selbst Neulinge nicht vor Probleme stellen. Alte Hasen dürften sich sofort zurecht finden, wurde das Menü doch nahezu identisch vom vorherigen iPod Nano übernommen. Neu ist die eingebaute Computerstimme, die Menüpunkte, Songtitel und Interpreten vorliest, wenn man mal nicht auf das Display schauen kann oder will. Besonders praktisch ist das natürlich beim Autofahren oder Joggen.

Daten werden mittels USB vom PC zum iPod erfreulich schnell übertragen, lange Wartezeiten brauchen Sie also nicht einzuplanen.
Ein Kritikpunkt dem sich der iPod immer wieder ausgesetzt sieht, ist die starke Bindung an iTunes. Theoretisch lässt sich der iPod nur mit dieser Software betreiben. Wird der iPod ohne iTunes an einem PC betrieben, kann man zwar Dateien aufspielen, aber aufgrund einer eigenen Codierung kann der iPod damit nichts anfangen. Ebenso ist es von Apple nicht vorgesehen, Musikdateien auf den PC zurückzukopieren, die sich bereits in der Musikbibliothek des Geräts befinden. Abhilfe kann hier die Freeware „Sharepod“ leisten, mit dieser lässt sich der iPod wie ein typischer MP3-Player benutzen. Allerdings wird die kostenlose Software von Apple nicht offiziell unterstützt.

Audioqualität:

maximaler Schalldruck nach Norm
maximaler Schalldruck nach Norm

Bei der Messung des Nano 4G ergaben sich keine Überraschungen. Wie an den Diagrammen zu sehen, zeigt der Nano 4G Werte, wie sie für einen topmodernen MP3-Player der höheren Preisklasse üblich sind.

Klirrgang über die Frequenz
Klirrgang über die Frequenz

Mit einem gemessenen Klirrfaktor von 0,045 Prozent liegt der Nano 4G im Mittel der von uns getesteten MP3-Player. Kurioserweise unterschied sich
bei unserem Testmuster der Signal-/ Rauschabstand zwischen den Kanälen. Dieser fiel Links höher als rechts aus, was sich in der Audioqualität aber nicht bemerkbar macht.
Ganz anders sieht es bei dem Kopfhörer aus. Die mangelnde Soudqualität stellt einen dicken Minuspunkt dar. So verzerren die Kopfhörer bei Frequenzen unter 200 Hertz deutlich. Die Klangcharakteristik gibt sich zudem ziemlich mittenbetont. Höhen und Bässe sind kaum vorhanden. Für den ernsthaften Musikgenuss, werden Sie um einen Kauf eines zusätzlichen Kopfhörers nicht vorbeikommen.

Signal-/Rauschabstand
Signal-/Rauschabstand: alles in Ordnung - kein störendes Rauschen hörbar.

Bildqualität:

Trotz des kleinen Displays werden Videos und Fotos erstaunlich gut dargestellt. Die Farben wirken frisch und selbst kleinere Details sind gut erkennbar. Für Filme im 16:9

Terzanalyse
Terzanalyse: Die Kopfhörer spielen nicht gerade neutral.

Format ist das Display aufgrund seiner Größe naturgemäß eher nicht geeignet. Durch die Balken wirkt das Bild sehr klein. Fotos werden gut aufgelöst und angenehm schnell wiedergegeben.

Player.de meint: Die neuste Generation des Nano kann vor allem durch seine leichte Bedienbarkteit und dem Aussehen punkten. Deutliche Abzüge bekommt der Nano bei den Kopfhören und dem mitgelieferten Zubehör. Die Kopfhörer sollten aufgrund Ihrer Defizite beim Sound gegen andere ausgetauscht werden. Zusammen mit dem nicht mitgelieferten Zubehör, wie etwa dem Netzteil, kommen erhabliche Zusatzkosten auf den Käufer zu, die er so vielleicht gar nicht einkalkuliert hatte. Auch das Fehlen jeglicher Software stößt sauer auf, denn nicht jeder Computerbesitzer hat auch einen Zugang zum Internet, um sich die benötigte Software herunterzuladen. Ohne die funktioniert der Nano aber nicht. Auspacken, einschalten, Musik hören – so leicht ist es beim Nano im Gegensatz zu vielen anderen MP3-Playern nicht. Apple sollte sich aus unserer Sicht nicht allzu sehr auf der führenden Position im Markt ausruhen und die Sorgfalt vernachlässigen, denn Alternativen zum iPod gibt es. Die sind meistens nicht nur günstiger, sondern auch besser ausgestattet. Muss es also nicht unbedingt ein iPod sein, kann sich der Blick über den Tellerrand durchaus lohnen. Hier bietet sich beispielsweise der Creative Zen an.

Weiterführende Links:

iPod Nano Produktseite
Creative Zen Produktseite
Sharepod (Englisch)