Youtube: MGM mit kostenlosen Filmen

Wie Youtube frisch verlauten ließ, hat sich das Online-Film-Portal mit einem der größten Hollywoodstudios zusammengetan, um demnächst legal Spielfilme anbieten zu können.
Mit Metro-Goldwyn Mayers (MGM), unter anderem Studio des neuen James-Bond-Films „Ein Quantum Trost“,-  hat YouTube einen wichtigen Partner gewonnen, um einen neuen geplanten Kanal starten zu können, auf dem kostenlos komplette Filme zu sehen sein sollen.

Es wird bereits vermutet, dass MGM nicht das einzige Hollywoodstudio bleiben wird, dass in diesem Bereich mit YouTube kooperieren wird. Das von Google geführte Online-Film-Portal hatte sich bereits im vergangenen Sommer mit Lionsgate auf eine Partnerschaft geeinigt. Allerdings wurden bislang keine kompletten Filme, sondern nur kurze Clips und Filmausschnitte aus dem Angebot von Lionsgate bereitgestellt. Das soll bei der Zusammenarbeit mit MGM anders werden. So soll die Übereinkunft sowohl Spielfilme in voller Länge umfassen, als auch Serien und Ausschnitte aus aktuellen Produktionen. Vor allem Archivmaterial soll über den Kanal gesendet werden, aber auch neuere Filme sollen zu empfangen sein. Das Projekt-  wird über Werbeeinnahmen finanziert, die zwischen den Kooperationspartnern und Google aufgeteilt werden sollen. Unklar ist, ob dabei Werbeblöcke eingeblendet werden sollen. Ganz neu ist dieser Weg von Youtube nicht, so hatte sich YouTube bereits im September mit dem US-Sender CBS auf eine ähnliche Zusammenarbeit geeinigt. Darüber hinaus werden im sogenannten „Screening Room“ auf YouTube schon seit Juni 2008 Filme in voller Länge angeboten.
Experten betrachten die Partnerschaft mit MGM als eine grundsätzliche Trendwende in der angespannten Beziehung zu Hollywood. Aufgrund von Urheberrechtsfragen gab es häufig Streit zwischen Google und den Filmstudios. Durch das offene Prinzip von Google wurden und werden urheberrechtlich geschützte Inhalte von den Nutzern gepostet. Auch das Implementieren eines Programms, dass sicher stellen soll, dass urheberrechtlich geschütztes Material gelöscht wird, konnte die Rechteinhaber nicht sonderlich zufrieden stellen.
Zu der Vereinbarung ist bislang noch nichts konkretes bekannt. Es ist davon auszugehen, dass die Gewinnbeteilung der Kooperationspartner so aussehen wird, dass sie 70 Prozent der Werbeeinnahmen erhalten werden. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass sich weitere Filmstudios dem Projekt anschließen.-  Wie informierte Kreise berichten, könnte das von Google festgelegte Werbeformat allerdings ein Hindernis sein. Es ist zwar unklar, inwieweit das Format umgesetzt wird, doch sollen schon einige Studios Bedenken angemeldet haben. Die Studios fürchten vor allem den Unwillen der Nutzer gegenüber der Akzeptanz für Werbespots. Dadurch würde die Ausstrahlung nicht rentabel. Der Startschuss fällt vorab in den USA. Wann Europa mit dem neuen Service bedient werden soll, ist unklar.

Player.de meint: Ein cleverer Schachzug von Google und YouTube. Anstatt sich weiter mit den Filmstudios um Urheberrechte zu streiten, verbündet man sich mit ihnen. Der gewählte Weg kommt unserer Meinung nach hauptsächlich dem Nutzer zu gute. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die Werbung gestalten wird und welche Qualität die gestreamten Filme haben werden. Wir sind jedenfalls sehr gespannt und werden die Entwicklung weiter verfolgen.