Test: Drei günstige DVD-Player mit HDMI von Toshiba, Samsung und MUVID

Gemeinsam mit- unserem- Testlabor haben wir drei, aktuell im Handel erhältliche DVD-Player getestet und in den Vergleich gestellt. Unserer Meinung nach sind ausführliche- Tests von DVD-Playern- weiterhin gerechtfertigt, auch wenn Blu-ray-Player das Abspielen von DVDs beherrschen. Wie wir in unseren Tests von Blu-ray-Playernal allerdings häufig feststellen konnten, wurde die DVD-Wiedergabe von den Herstellern vernachlässigt und konnte in der Regel nicht überzeugen. In unserem Test haben wir daher hauptsächlich darauf geachtet, ob die günstigen DVD-Player mit den Blu-ray-Playern mithalten können. Getestet wurden der Toshiba XDE 500 KE, der SAMSUNG DVD-1080 P8 und der MUVID DVB-T 220. Alle drei DVD-Player besitzen einen HDMI-Ausgang und befinden sich in der Preisklasse unter 150 Euro.

Toshiba XDE 500 KE

Ausstattung und Bedienung

Der Toshiba XDE 500 KE macht den Anfang unserer Testreihe. Er ist für ca. 150 Euro erhältlich und ist damit der teuerste Player in unserem Testfeld. Das Design des Players kann durchaus überzeugen, wobei das Display mit nur vier Zeichen eindeutig zu klein geraten ist. In Punkto Bedienung zeigt sich der Toshiba den anderen Playern überlegen. Mithilfe der praktischen Fernbedienung lässt es sich flott durch die DVD-Menüs navigieren.

Bildqualität

Bei unserem Test zeigte der XDE 500 KE an den Standardausgängen (YUV-576i, Scart-RGB) etwas wenig Farbdetails. Insgesamt gesehen kann man das Bild aber als ordentlich bezeichnen.
Uns interessierte vor allem die neue XDE-Technik, die nur via HDMI-Ausgabe funktioniert. Toshiba hatte im Vorfeld eine enorme Verbesserung des Bildes durch die neue Technik versprochen. Leider wurden wir davon ein wenig enttäuscht. Schlichtweg deshalb, weil es bereits vorher entsprechende DVD-Player gab, die einen besseren Job machten. Als Beispiel sei an dieser Stelle einfach mal der Denon DVD-2930 erwähnt. Er ist zugegebener Maßen deutlich teurer ist (gute 500 Euro Marktpreis), schlägt aber noch immer jeden Blu-ray-Player und alle hier getesteten DVD-Player bei der Wandlung von DVD-Bildern ins HDTV-Format 1080p.
Zwar sorgt XDE im „Scharf“-Modus auf kleinen Fernsehern für ein plakatives und scharf wirkendes Bild, aber-  auf großen Bildschirmen fielen uns Saumkanten an Objekten auf. Als wir die Bildverbesserung abschalteten sah das HDMI-Bild sehr weich aus und feine Details verloren sichtbar an Zeichnung. Leider lässt sich die Schärfe nicht regeln, das ist bei den Konkurrenten mit einem Videoequalizer besser gelöst. Die Videoverarbeitung der Halbbilder einer Film-DVD gelang dem Toshiba ausgezeichnet. Er zeichnete ein überzeugendes Vollbild. Gerade in diesem Bereich versagen die meisten Blu-ray-Player. TV-Bilder (also Material von Video-Kameras wie Beispielsweise TV-Serien) wurden allerdings nicht so sauber wiedergegeben. Hier machte sich Zeilenflimmern und ein Treppeneffekt an Schrägen bemerkbar.

Fazit

Der Toshiba XDE 500 KE ist sicherlich kein schlechter DVD-Player. Allerdings hatten wir uns, gerade aufgrund der vollmundigen Ankündigung von Toshiba, etwas mehr erwartet. Uns war von Anfang klar, dass sich hinter XDE ein besonders leistungsstarker Scaler verstecken würde, aber gerade im Zusammenspiel mit größeren Bildschirmen, verschlechtert er das Bild sogar, als dass er es verbessert. Dazu kommt, dass sich der Schärfegrad nicht einstellen lässt. Kleinere Übersetzungsfehler im Menü trüben den Gesamteindruck zusätzlich. Trotzdem ist der XDE 500 KE-  interessant für Besitzer kleinerer Fernseher unter 40Zoll.

SAMSUNG DVD-1080 P8

Austattung und Bedienung

Der Samsung ist mit 85 Euro unser zweitteuerster Player im Testfeld.- Er verfügt über das angesagte Flach-Design und bietet auf der Front verschiedene Grundfunktionstasten- sowie einen Bedienring. Auch beim Samsung ist die Größe des Displays mit nur 6 Zeichen nicht gerade üppig ausgefallen, zudem lässt es sich bei Tageslicht sehr schwer ablesen. Die Bedienung über die handliche Fernbedienung ist nicht ganz so komfortabel wie beim Toshiba. Warum die Taste zum Direkt-Aufruf des DVD-Menüs weglassen wurde, können wir uns nicht erklären. Das Fehlen der Taste kann das Abspielen einer DVD mit Werbetrailern zum Geduldsspiel werden lassen. Bei den Anschlüssen hat Samsung voll auf HDMI und SCART gesetzt. S-Video- und YUV-Ausgänge wurden eingespart.

Bildqualität

Bei der Wiedergabe über SCART konnte der DVD-1080 P8 durchaus überzeugen. Allerdings nur bei kleineren Fernsehern. Bei unserem Test mit großen Monitoren fielen uns Defizite bei den feinen Farbdetails auf. So wurden rote Schriften auf blauem Grund – leicht verwaschen wiedergegeben. Das HDMI-Bild überzeugte uns durch seine hohe Schärfe, wobei auch hier noch Luft nach oben frei gewesen wäre. So hätte der Player feine farbige Details noch einen Quäntchen akkurater auflösen können. Die Vollbildwandlung bei der Videoverarbeitung gelang dem Samsung, so dass es in Kameraschwenks nicht zu groben Kanten kam. Schwächen zeigt der DVD-1080 P8 genauso wie der Toshiba bei Bildern von Fernsehkameras. Das Bild erschien ziemlich grob, schräge Linien flimmerten oder wurden mit Sägezähnen versehen. Naturgemäß lieferte der DVD-1080 P8 die feinsten Bilder in den HDMI-Auflösungen 576p, 720p und 1080i. Enttäuscht wurden wir von der höchsten Ausgabeauflösung 1080p. Auf Fernsehern ohne Bildbeschnitt (Overscan)- lies sich die Auflösung nicht sinnvoll verwenden: das Bild war leicht verschoben und am linken und unteren Bildrand störten schwarze Linien. Leider konnte auch der Samsung keine separaten Bildformate für die hochskalierte HDMI-Ausgabe bereitstellen. Die benötigt man aber, wenn DVDs, die im 4:3-Format gemastert sind, auf einem Fernseher wiedergeben werden sollen, der keine Formatumschaltung bietet.

Fazit

Das Samsung DVD-1080 P8 ist ein grundsolider DVD-Player, die mit für 85 Euro recht günstig zu haben ist. Gerade bei Spielfilmen kann er mit seinem sauberen Bild überzeugen. Den Unterschied zu teureren DVD-Playern machen vor allem die fehlenden erweiterten Einstellmöglichkeiten für die HDMI-Ausgabe und eine bessere Videoverarbeitung von TV-Sendungen.

MUVID DVB-T 220

Austattung und Bedienung

Der MUVID war in unserem Testfeld der günstigste Player mit einem Kostenpunkt von ca. 65 Euro. Für ein Gerät dieser Preisklasse bietet der DVD-Player eine erstaunliche Ausstattung. Er bietet einen vollwertigen DVB-T-Empfänger, der während unseres Test (im Rahmen der oft schlechten Sendequalität mit geringer Datenrate bei DVB-T) überzeugende Bildqualität lieferte. Zudem bietet er einen Programmführer (EPG) und Antennenspeisespannung für DVB-T-Antennen. Bei der Abspielbarkeit von Formaten zeigt sich der MUVID DBV-T 220 ebenfalls gut ausgestattet: So kann er neben Videodateien von CD, DVD, Speicherkarte und USB auch MP3-, JPEG-Dateien wiedergeben. Letztere werden sogar hochauflösend wiedergegeben. Für einen DVD-Player unüblich verfügt er über eine Ripping-Funktion. Damit kann der Player Audio-CDs einlesen und die Titel als MP3 entweder auf USB-Stick oder Speicherkarte speichern. Im Test hat das ganz gut funktioniert, ist für den Alltagsgebrauch aber eher nicht geeignet, da die Titel nicht mit Tags oder Titeln versehen- werden und so von Hand umbenannt werden müssen. Für den Entertainment-Faktor hat der Player noch zusätzliche Videospiele an Bord. Die sind allerdings so einfach gehalten, dass man sie eigentlich nur technische Spielerei ansehen kann.
Die tollste Ausstattung nützt aber nichts, wenn der Rest des Players mangelhaft ist. Das Bildschirmmenü wirkt, als ob es mit einer Übersetzungssoftware erstellt wurde. Bei vielen Menüpunkten muss man raten, was sich hinter ihnen verbirgt. Die Betriebssoftware leistet sich zudem wirklich ärgerliche Fehler: So kam es während unseres Tests wiederholt vor, dass nach Wechseln des Senders gelegentlich ein starker Bild/Ton-Versatz auftrat, oder dass sich das Bildformat nach Umschalten der Videoausgänge auf 4:3 zurücksetzte. Auch bei der Fernbedienung sieht es nicht wirklich besser aus: Das Tastenlayout wirkt unübersichtlich und ist wenig logisch aufgebaut.

Bildqualität

Kommen wir zum Wichtigsten: Die Qualität des DVD-Players als Wiedergabegerät. Bei dieser Disziplin kann der MUVID DVB-T 220 nur teilweise überzeugen. Wird das Signal über Scart-RGB oder YUV-Ausgang wiedergeben, zeichnet der DVD-Player durchaus ein detailliertes Bild. Allerdings verschenkt die progressive Bildausgabe, wahlweise per HDMI oder YUV, aufgrund der unsauberen Vollbildverarbeitung mit stark eingreifenden Filtern- Qualität. Gerade wenn der DVD-Player an großen Fernsehern angeschlossen wird, zeigen sich in Kameraschwenks Störungen in Form von ausfransenden Kanten und flimmerndern Zeilen. Auch die Bildausgabe in 1080p konnte nicht überzeugen, feine Details wirken in dieser Auflösung pixelig.

Fazit: Zwar ist der Player relativ günstig zu haben und protzt mit einer umfangreichen Ausstattung, aber gerade in wichtigen Punkten versagt er. Schade eigentlich, denn oft handelt es sich bei Details in der Bildverarbeitung nur um Firmware-Probleme,wie unser Testlabor schon bei einigen Playern nachvollziehen konnte. Für größere Fernseher ist er nicht geeignet, auf denen fallen die Schwächen beim Bild zu sehr auf. Dazu kommen noch Fehler in der Firmware, die aufgrund des niedrigen Preises wohl auch nicht behoben werden.

Das Test-Fazit von Player.de

Zu unseren wichtigsten Erkenntnissen zählt, dass die „Billigheimer“ mit teuren Abspielgeräten nicht wirklich mithalten können. Zwar können die Player mit schnellen Startzeiten und bei der Wiedergabe von DivX-, MP3- und JPEG-Wiedergabe punkten, aber bei der Bildqualität leisten sich alle drei Testkandidaten Schwächen, die bei insbesondere bei Großbildvorführung stören. Die machen sich vor allem bei der höchsten Ausgabeauflösung von 1080p bemerkbar. Hier haben teurere DVD-Player eindeutig die Nase vor und schlagen dabei auch die meisten Blu-ray-Player. Dennoch sind der Toshiba und der Samsung für gelgentliche Filmabende geeignet, wenn sie nicht gerade an Fernsehern mit großer Bildfläche angeschlossen sind.