Test: Blu-ray Player Sony BDP-S5000ES

Der brandneue BDP-S5000 ES von Sony ist mit neun Kilo Lebendgewicht ein wahres Flaggschiff und wurde von uns bereits ausführlich getestet. Neun Kilo schwer und vollgepackt mit den edelsten Komponenten, verspricht der High-End-Player-  höchsten Genuss für audiophile und videophile Menschen. Dank neuer Techniken und Schaltungen wie zum Beispiel „Super Bit Mapping“ oder „HD Reality Enhancer“ soll für ein nie da gewesenes Bild gesorgt werden.
Sony hat mit dem BDP-S5000ES erstmals einem Blu-ray-Player mit dem eigenen Hauseigenen Qualitätssiegel „ES“ ausgestattet und unterstreicht damit den Stellenwert des Players in der Produktline. Auch der Preis ist wirklich „HighEnd“ – er beträgt 1.800 Euro. In Zusammenarbeit mit dem Testlabor AVTOP haben wir mit dem 5000er den bislang aufwändigsten Player.de-Test für Blu-ray-Player gemacht. Die Ergebnisse des Tests finden Sie hier:

Das neue Blu-ray-Flaggschiff von Sony.
Neun Kilo schwer und bei uns im Test: Das neue Blu-ray-Flaggschiff S 5000 ES von Sony.

Vorteile im Überblick:
– HD-Ton wird per HDMI als Bitstream ausgegeben
– BD-Live kompatibel (BD Profil 2.0)
– Sehr gute HDTV-Qualität
– Ausgezeichnete 24p Wiedergabe
– Eigener HD-Ton-Decoder für analogen 7.1 Ton

Nachteile im Überblick:
– MP3-Wiedergabe nicht möglich
– DVD-Vollbildwandlung weist Schwächen auf

Der Videofrequenzgang.
Der SDTV-Videofrequenzgang über die analogen Ausgänge: Alles sauber aufgelöst.

Bildqualität bei Blu-ray-Wiedergabe

Bei der Wiedergabe von Blu-ray-Inhalten gibt sich der der Player keine Blöße. Das Bild gleicht fast bis aufs Haar dem Bild des kleinen Bruders BDP-S550, den wir bereits testeten.
Bei unserem Test mit einer kritischen Testsequenz, die rotierende Balken zeigt und mit 60 Bewegungsphasen aufgenommen wurde (HQV Testdisc), konnte der BDP-S5000ES vollends überzeugen. Das Testbild wird sehr scharf und dennoch flimmerfrei gezeigt. Auch die sehr kritischen Sequenzen einer Pioneer Blu-ray (Demo 2008), bei der Autos schnell durch das Bild fahren, stellt der Sony ohne Probleme dar. Selbst die Nummernschilder der einzelnen Autos wurden perfekt wiedergegeben. Reste der HDTV-Zeilenstruktur sind nur noch als minimales Flimmern wahrnehmbar. Aufgefallen sind sie uns insbesondere bei scharfen Motiven, wie fein verästelten Baumkronen, die von oben nach unten durch das Bild fahren. Die 24p Darstellung gelingt dem BDP-S5000ES ohne Probleme, was mittlerweile aber auch Standard geworden ist.

Neue Bildtechniken

Die Auswahlmöglichkeiten für die Bildoptimierung
Die Auswahlmöglichkeiten für die Bildoptimierung

Generell kann man Sony für die neuen Bildschaltungen ein großes Lob aussprechen. Genau diese Schaltungen sind auch das Salz in der Suppe, das den Sony von seiner Konkurrenz unterscheidet.
Bei genauem Hinsehen fällt auf, dass der BDP-S5000ES ein feiner abgestuftes und natürlicher wirkendes Bild zeichnet. Das gelingt ihm dank der neuen Schaltung „Super Bit Mapping“, die sich Sony hat einfallen lassen. Der Vorteil der neuen Technik macht sich vor allem in Szenen mit viel Himmel im Hintergrund, der in wechselnden Farbnuancen vom Hellen ins Dunkle übergeht, bemerkbar. Hier zeigt der BDP-S5000ES einen Tick feinere Übergänge als die Konkurrenz.
Es ist als einer der wenigen Effekte in der digitalen Bildverarbeitung, der gleichzeitig dezent und nicht plakativ ist. Das trägt somit zu einem weniger digital und eher filmisch anmutenden Bild bei. Diesen Effekt können Sie am deutlichsten bei Testbildern von der „DVE HD Basics“ oder in Animationsfilmen wie „Rattatouille“ wahrnehmen. Bei diesem Bildmaterial verwischt kein Rauschen oder grießelndes Filmkorn die digitalen Abstufungen, englisch Banding genannt. Während unseres Tests konnten wir glücklicherweise keine 1080i-Probleme mehr im Zusammenhang mit der HQV-Test-Disk feststellen. Mit dem BDP-S550 sah das noch anders aus.
Der – neue „HD Reality Enhancer“ leistet im neusten Marvel-Superheldenfim „Iron Man“ in der FGR-Stufe 1 (Film Grain Reduction) ausgezeichnete Arbeit. Ein schönes Beispiel ist die Szene kurz vor dem Start von Tony Starks Privatmaschine. Der blaue Himmel und der grüne Rasen wirken weicher und authentischer, ohne zu viel an Detailzeichnung aufzugeben.
Eine weitere sinnvolle Schaltung ist der HD-Reality-Enhancer-Menüpunkt „Erhöhen“. Mit dieser arbeitet der BDP-S5000ES feine Oberflächenstrukturen heraus, ohne dabei störende Säume zu produzieren. Wir empfehlen den Einsatz des Detailenhancer vor allem bei rauschfreien Animationsstreifen oder bei der HD-Fotowiedergabe. Dadurch profitiert das Bild ungemein. Bei Filmen mit stärker sichtbarem Filmkorn wie „Der Patriot“ verstärkt die Funktion dagegen das Filmkorn bzw. Moskito-Noise. Während unseres Tests haben sich eine Erhöhung der Filmkornreduktion und eine leichte Abschwächung der Bildschärfe am positivsten auf das Bild ausgewirkt. Wie zu erwarten war, gelingt dem BDP-S5000ES die Vollbildwandlung bei Blu-ray-Zuspielung perfekt.

Das hochwertige Innere des BDP-S5000ES
Das hochwertige Innere des BDP-S5000ES

Bildqualität DVD

Es ist wirklich ärgerlich: Wie viele Blu-ray-Player vernachlässigt auch der BDP-S5000ES die Videoqualität bei der DVD-Wiedergabe und versagt bei der Vollbildwandlung. Bei DVD-Playern von Sony und selbst bei der Playstation3 ist eine intelligente Vollbildwandlung selbstverständlich.
Trotz modernster Videoprozessoren kann das Sony-Flaggschiff deshalb mit Kino-DVDs ohne gesetzten Film-Marker immer noch nichts anfangen. Bei einer unserer am häufigsten benutzten Testsequenz – ein Kamera-Schwenk über den Strand in „Sechs Tage Sieben Nächte“- zeigen sich wilde Flimmerstörungen, die vermuten lassen, man hätte gar keinen HighEnd-Player zum Test angeschlossen. Freilich, die Bildqualität bei dem Teil der DVDs mit gesetztem Marker ist perfekt und profitiert eindeutig vom feinen Bildtuning des Sony, aber für Filmsammler mit großer DVD-Kinosammlung ist der Player eine Enttäuschung. DVDs in ordentlicher Bildqualität bekommt man daher viel eher von einem hochwertigen DVD-Player wie dem Denon DVD 2930 oder 3930 geboten.

Die vergoldeten Anschlüsse.
Gut zu sehen: Die vergoldeten Anschlüsse.

Tonqualität

Durch den BDP-S5000ES erleben analoge Schnittstellen fast ein Revival. Dadurch, dass der BDP-S5000ES-  Tonformate inklusive DTS HD optional über seine Cinch-Ausgänge ausgeben kann, werden analoge Schnittstellen plötzlich wieder attraktiv. Die sogenannte Jitter-Problematik tritt auf, wenn digitale Formate (beispielsweise über lange HDMI-Kabel) übertragenen werden. Indem die Decoder auf dem kürzest- möglichen Weg digitalen Ton in analogen umwandeln, wird das Problem weitestgehend vermieden. Daher ist es mit einem so aufwändig konzipierten Player wie dem Sony aus klanglicher Sicht am besten, wenn der decodierte Ton analog zum Receiver übertragen wird. Für unseren Test nahmen wir die CD „Symphony“ von Sarah Brightman. Der Player wurde dabei analog über Stereo-Cinch und digital über HDMI mit dem Onkyo TX-SR 806 verkabelt. Das titelgebende Lied stellt ziemlich hohe Anforderung an das Equipment. Die Unterschiede zwischen digitaler und analoger Übertragung mögen unter bestimmten Raumbedingungen marginal erscheinen, doch den Klangvergleich gewinnt der räumlich tiefer gestaffelte und im Gesang offener klingende Analogausgang (seperater Stereoausgang). Auch wenn der Ton dem Onkyo optisch zugespielt wird, kommt diese Übertragungsweise nicht an die Luftigkeit der analogen Übertragung heran. Wir möchten allerdings darauf hinweisen, dass im Zusammenspiel mit anderen Receivern oder Kabeln auch davon abweichende Ergebnisse auftreten können.

Bei unserem Test haben wir keine Mühen gescheut.
Messung der Audiofrequenzgänge am Decoderausgang: Neutraler Klang, ohne Beanstandung.

Der Vergleich zwischen digitaler, optischer und analoger Anschlussweise

Als Fleißarbeit haben wir auch einen Vergleich zwischen digitalem und analogem DTS Master Audioton vorgenommen. Dank komplettem Lautsprecher-Setup im Player können exakt passende Pegel und Laufzeiten für den Hördurchgang eingestellt werden, um den Vergleich zwischen den beiden Zuspielarten fair zu gestalten. Trotzdem war es schwer, die Unterschiede auszumachen. Der BDP-S5000ES gibt nach eingestellter Audiopriorität auf dem zweiten Tonausgang nur Stereo-Downmixton aus, dadurch wird direktes Umschalten unmöglich. Wir empfehlen also ausdrücklich, sich mit dem eigenen AV-Receiver ein Bild zu machen, welcher Decoder bzw. Anschlussweg im Einzelfall besser klingt.

Features

Das Menü reagiert angenehm schnell, ist teilweise aber etwas unübersichtlich.
Das Menü reagiert angenehm schnell, ist teilweise aber etwas unübersichtlich.

Auch beim Material macht der Sony einem Flaggschiff alle Ehre. Der Player besteht aus 1,6 Millimeter starken Metallplatten und besitzt den von Sony selbst entwickelten, zentral eingebauten Precision Drive HD Transport. Durch den Einsatz dieser Technik schützt ein extrem steifer Rahmen die Laser-Abtasteinheit vor Vibrationen und sorgt dafür, dass die die Spurlage der Lasereinheit flexibel in drei Achsen nachgeführt werden kann. Minimale Unwuchten der rotierenden Disks werden dadurch ausgeglichen. Das Ziel: ein von Anfang an möglichst fehlerfreier Datenstrom.

Auch bei den weiteren Baugruppen zur Dekodierung, Video- und Audioverarbeitung setzt Sony auf ein störungsfreies Arbeitsumfeld. Zusammen mit dem separaten Ringkernnetzteil für die analoge Audioplatine wurden die Baugruppen weitgehend isoliert aufgebaut, um dadurch Störungen zwischen den Sektionen zu verhindern. Der hochintegrierte „CXD0057GF-Prozessor“ ist der Dreh- und Angelpunt der Neuentwicklungen. Er sorgt intern mit 14-bit-Auflösung dafür, dass die nagelneuen Bildverbesserungstechnologien-  „HD Reality Enhancer“ und „Super Bit Mapping“ bestens funktionieren. Das ist ein weiterer Schritt seitens, Sony um sich von der breiten Masse abzuheben. Dazu liefert der BDP-S5000ES ein feines Instrumentarium zum Verbessern des Bildes – nicht nur Enthusiasten werden sich freuen. Wie beim BDP-S 550 bietet der neue Bildprozessor CDX9957GF zunächst vierfache Videoregler, drei Rauschfilter, die über die Options-Taste der Fernbedienung aufgerufen werden können und eine 6-stufige Gammakorrektur. Die neue „Super Bit Mapping“ Funktion ist bereits ab Werk aktiv. Sie soll feiner abgestufte Bildübergänge ermöglichen. Möchten Sie die Funktion ausschalten, müssen Sie das im Hauptmenü bei den Videoeinstellungen vornehmen. Das ebenfalls neu hinzugekommene „HD Reality Enhancer“-Menü lässt noch weitere Bildanpassungen an die persönlichen Wünsche zu. Hier können Sie wahlweise die Detailschärfe anheben oder Kanten glätten. Auch das Filmkorn kann reduziert werden. Der Prozessor analysiert das Bild ständig und wendet die Einstellung clever dosiert an, indem die Bildschaltung die Videoinformationen kontinuierlich überwacht.

Bedienung

Der Sony schickt digitalen Mehrkanalton entweder über HDMI oder S/PDIF, beides gleichzeitig ist nicht möglich.
Der Sony schickt digitalen Mehrkanalton entweder über HDMI oder S/PDIF, beides gleichzeitig ist nicht möglich.
Die Fernbedienung liegt gut in der Hand und vermittelt hohe Wertigkeit.
Die Fernbedienung liegt gut in der Hand und vermittelt hohe Materialqualität.

Generell ist das Menü des BDP-S5000S etwas unübersichtlich. Man kann zwar sehr flott durch die einzelnen Menüpunkte navigieren, aber nach manchen Menüpunkten muss man erst länger suchen, da sie ziemlich gut versteckt worden sind. Das fällt besonders dann auf, wenn man zum Beispiel die richtige Grundeinstellung der gewünschten Audio-Ausgabe wählen möchte.
Das Menü für die Videoeinstellungen ist besser gelungen: Hier lassen sich problemlos alle Spielarten der HDMI-Farbraumausgabe, die 24p-Darstellung, oder sämtliche HDMI-Auflösungen auf Wunsch manuell erzwingen, falls man mit der automatischen HDMI-Einstellung nicht zufrieden ist. Selbiges gilt auch für die HDMI Deep Color-Ausgabe mit bis zu 12 Bit für kompatible Displays oder die x.v.Farbausgabe des BDP-S5000ES. Insbesondere Heimkino-Freaks mit guten Projektoren und Hang zum Perfektionieren der Bilder werden damit glücklich. Ärgerlicherweise verdeckt das Menü das ganze Bild, so dass man den positiven Effekt auf die Darstellung feiner Farb- oder Grauverläufe nicht direkt beobachten kann.

Multimedia-Fähigkeiten

Zwar hat Sony mit dem BDP-S5000ES den Schwerpunkt klar auf Bild und Tonqualität gesetzt, aber auch auf moderne Blu-ray-Features einiger Disks wie BonusView für zusätzliche Bild- und Tonspuren oder BD-Live muss man nicht verzichten. Genau wie beim kleinen Bruder, wird ein 1-Gigabyte-Wechseldatenträger mitgeliefert, der sich einfach in den Player einstecken lässt. Damit gelingt das Abspielen zusätzlicher Videoclips aus dem Internet auf Anhieb.
Genau wie der S350 und S550 zeigt der BDP-S5000ES Fotos in bester HDTV-Qualität und spielt Camcordervideos im Format AVC HD ab. Allerdings gibt der BDP-S5000ES-  keine MP3-Files wieder, was angesichts des Preises schon etwas ärgerlich ist. Immerhin hat Sonys Flaggschiff mit dem BDP-S 550 die optionale Schnellstart-Funktion gemein. Dadurch verringert sich die Startzeit aus dem Standby von 25 auf 7 Sekunden. Die Kehrseite: Auch der Stromverbrauch im Ruhestand erhöht sich auf knapp 19 Watt.

Der BDP-S5000ES ist vermittelt pures High-End-Feeling.
Der BDP-S5000ES ist vermittelt pures High-End-Feeling.

Player.de meint:

Der neue BDP-S5000ES-  von Sony ist ein erstklassiger Blu-ray Player und ein überzeugendes Statement für Qualität. Die von Sony neu entwickelten Techniken sind auch für Liebhaber möglichst sauberer und natürlich wirkender Bilder ohne digitale Artefakte interessant. Sie holen aus gut gemasterten Scheiben noch ein Quäntchen mehr heraus. Wir können dem Gerät aber nicht verzeihen, dass es einen guten DVD-Player nicht ersetzen kann.

Weiterführende Links

Sony BDP-S5000ES Produktseite (Englisch)